Premiere beim Katholikentag in Osnabrück: Klimaschutz im Blick

Zum ersten Mal in seiner Geschichte soll der Deutsche Katholikentag als klimaneutrale Großveranstaltung stattfinden. Nach der Förderzusage der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) heute über 35.000 Euro wird Dr. Martin Stauch, Geschäftsführer des Katholikentags, einen Vertrag mit der Firma 3c Consulting (Bad Vilbel) unterzeichnen, die die Klimaneutralität garantiert.

26.07.2007 Pressemeldung Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

"Klimaneutral bedeutet, dass die schädlichen Wirkungen durch Kohlendioxid-Ausstoß beim Katholikentag berechnet und durch Schutzmaßnahmen an anderer Stelle ausgeglichen werden", sagte Stauch. Natürlich sei ein erhöhter Ausstoß nicht vermeidbar durch die An- und Abreise der Teilnehmer, deren Übernachtungen und den Energieverbrauch an den Veranstaltungsplätzen. "Aber für jede Tonne steckt der Katholikentag Geld in Ausgleichsprojekte - voraussichtlich in Lateinamerika", so Stauch. Darüber hinaus solle der Treibhausgas- und Kohlendioxid- Ausstoß bereits im Ansatz vermieden und verringert werden.

DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers bewertete das Vorhaben als "innovativ und modellhaft". Die klimaneutrale Durchführung von Großveranstaltungen sei ein vergleichsweise neues Instrument. Erstmalig sei darüber in einer breiteren Fachöffentlichkeit anlässlich der Durchführung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland diskutiert worden. Die DBU förderte dazu das Projekt "Green Goal" (grünes Tor, Ziel). Elpers: "Es ist sehr zu begrüßen, wenn nun auch andere Gesellschaftsschichten bei ihren Großveranstaltungen ebenfalls auf klimaneutrale Durchführung bauen."

Die An- und Abreise der Gäste aus dem Inland verursache nach den Berechnungen von 3c Consulting 2.095 Tonnen Kohlendioxid, die der Gäste aus dem Ausland 1.316. Für die Übernachtungen würden 111 Tonnen berechnet, für den Pendelverkehr zwischen den einzelnen Veranstaltungen 89. Der Auf- und Abbau sowie diverse Anlieferungen während des Deutschen Katholikentages "koste" 50 Tonnen, der Stromverbrauch vier. Hinzugerechnet sei noch ein zehnprozentiger Sicherheitsaufschlag, der etwaige Berechnungsungenauigkeiten kompensieren solle.

Bei den Gästen des Deutschen Katholikentages handele es sich in der Regel um sehr bewusste und dem Thema "Bewahrung der Schöpfung" gegenüber aufgeschlossene Menschen, so dass durch flankierende Kommunikationsmaßnahmen davon auszugehen sei, dass die Gäste ihre Erfahrungen auch über den Katholikentag hinaus weiter verbreiten würden. Somit werde ein deutlich größerer Beitrag zum Klimaschutz geleistet als mit dem unmittelbaren Ausgleich der kalkulierten rund 4.000 Tonnen Kohlendioxid.

Treibhausgase wirkten grundsätzlich global. Für den Klimaschutz sei es unwichtig, wo sie entstünden oder ausgeglichen würden. Hieraus ergebe sich die Möglichkeit, die unvermeidbaren Klimabelastungen des Katholikentages etwa durch den Bau einer Windkraftanlage in einem anderen Teil der Welt auszugleichen. Extreme Sommer, Gletscherschmelze, Meeresspiegelanstieg - Grund dafür sei der vom Menschen verursachte und stetig ansteigende Ausstoß der Treibhausgase - insbesondere des Kohlendioxids, so Stauch. Die Vereinten Nationen prognostizierten in ihrem neuesten Bericht einen globalen Temperaturanstieg bis zum Jahr 2100 von vier Grad, im schlimmsten Fall sogar bis zu 6,4 Grad. Der Weltklimabericht warne die Menschheit vor katastrophalen Folgen, sollte der Treibhausgas-Ausstoß nicht radikal begrenzt werden. Bereits eine Erwärmung von drei Grad bis zum Jahr 2100 würde das Festlandeis Grönlands vollständig abschmelzen lassen - mit katastrophalen Folgen für die Küstengebiete der Welt. Vor diesem Hintergrund leiste der Katholikentag, der vom 21. bis 25. Mai 2008 in Osnabrück stattfindet, einen richtungsweisenden Beitrag zum Klimaschutz.

Die DBU wird auf dem Katholikentag in Osnabrück das Veranstaltungsprogramm durch verschiedene Fachvorträge ergänzen und Aktivitäten zum Thema Nachhaltigkeit und Natur- und Umweltschutz präsentieren. Daher passe die Förderung dieses Vorhabens sehr gut in das Gesamtkonzept und runde den Ansatz des Katholikentages in Osnabrück für die Besucher anschaulich und plastisch ab, sich verstärkt mit den Fragestellungen der Nachhaltigkeit zu befassen, so Elpers.


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