Bundesregierung

Regierung: Ärmere Kinder sind weniger gesund

(hib/MPI/KT) Ärmere Kinder haben schlechtere Chancen auf ein gesundes Leben. Zu diesem Schluss kommt die Bundesregierung in ihrer Antwort [(17/4332)](http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/043/1704332.pdf) auf eine Große Anfrage der Fraktion Die Linke [(17/2218)](http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/022/1702218.pdf).

19.01.2011 Pressemeldung Deutscher Bundestag

Die Regierung führt unter anderem aus, dass zwar 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen nach eigenen Angaben beziehungsweise nach Angaben ihrer Eltern einen guten oder sehr guten Gesundheitszustand haben. Nach dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey sei aber die Chance eines Kindes aus sozial schwachen Verhältnissen, einen guten Gesundheitszustand zu haben, um die Hälfte geringer als die eines Kindes aus gut situierten Verhältnissen.

"Da sozial schwache Familien häufig in benachteiligten Wohnquartieren leben, kann auf einen gewissen Zusammenhang geschlossen werden", heißt es weiter. Hohe Verkehrsbelastung, fehlende Infrastruktur für Bewegung und Sport, wenig Grünflächen und wenig ausgeprägtes nachbarschaftliches Zusammenleben führten" zu einer Verschlechterung des physischen und psychischen Gesundheitszustands. "Das Aufwachsen in sozial benachteiligter Situation vermindert somit die Chancen auf ein gesundes Leben", betont die Regierung. Gerade in den Bereichen psychosoziale Gesundheit und Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen träten sozial bedingte Unterschiede auf.

Die Große Anfrage der Linksfraktion trägt den Titel "Gesundheitliche Ungleichheit im europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung". In ihrer Antwort erläutert die Regierung, dass allgemein zwischen dem sozialen Status und dem Gesundheitsverhalten ein enger Zusammenhang bestehe. Es lasse sich feststellen, dass Männer und Frauen mit hohem Sozialstatus sich häufiger gesundheitsförderlich verhalten, "während verhaltensbezogene Risikofaktoren in den unteren Statusgruppen vermehrt" aufträten, schreibt die Bundesregierung Sie verweist auf eine aktuelle Studie, die auf Daten des Gesundheitssurveys des Robert-Koch-Instituts beruht. Danach ist das Risiko zu rauchen bei Männern mit niedrigem im Verhältnis zu Männern mit hohem Sozialstatus 1,9 Mal höher. Bei Frauen habe das entsprechende Verhältnis 1,6 zu 1 betragen. Ähnlich stark sei der Unterschied beim Risiko sportlicher Inaktivität. Dieses lag bei Männern bei 2,3 zu 1 und bei Frauen bei 1,9 zu 1. Das Risiko, adipös, also krankhaft übergewichtig zu werden, ist den Angaben zufolge bei Männern mit niedrigem Sozialstatus im Vergleich zu solchen mit hohem Sozialstatus 1,3 Mal höher; bei Frauen sogar 3,2 Mal höher ausgeprägt.

Die Regierung konstatiert einen engen Zusammenhang von beruflicher Stellung und Gesundheitszustand. Unter Verweis auf das sozio-ökonomische Panel 2006 schreibt sie, dass 59 Prozent der Männer mit hohem, aber nur 44 Prozent der Männer mit niedrigem beruflichen Status einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand hätten. Bei Frauen falle dieser Unterschied mit 53 Prozent im Vergleich zu 39 Prozent ähnlich aus.

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