Repression und Eigensinn

Das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) und die Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin veranstalten am morgigen Dienstag, den 03. März 2009, in Berlin unter der Überschrift "Repression und Eigensinn. Historisch-politische Bildung zur DDR im Spannungsfeld zwischen Biografien und Herrschaftssystem" eine Tagung zur DDR. Berliner und Brandenburger Lehrkräfte für politische Bildung und Geschichte, Fachleute und Interessierte diskutieren an diesem Tag über die aktive Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte.

02.03.2009 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Die Gegenwart zeige, dass die Kultur des Erinnerns sehr individuell sein kann, so Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht und der Berliner Bildungssenator Prof. E. Jürgen Zöllner. So gebe es eine offizielle Kultur mit der Akzentuierung der DDR als Diktatur einerseits und eine mitunter nostalgische Kultur des Erinnerns im Privaten andererseits. "Die Tagung soll dazu beitragen, dass die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR und der SED-Diktatur aktuelles Thema in den Schulen bleibt", betonen Rupprecht und Zöllner. "Wir wollen helfen, vorhandene Wissenslücken bei Schülerinnen und Schülern abzubauen und den Lehrkräften einen vertieften Umgang mit diesem zentralen Thema ermöglichen."

Auch LISUM-Direktor Dr. Jan Hofmann verweist darauf, dass die Tagung die Lehrkräfte befähigen soll, sich differenziert der Vergangenheit anzunähern und sie ermutigen soll, auch ihre eigenen Biografien offen einzubringen. "Aus Anlass des 20. Jahrestages der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit plant das LISUM neben der Veröffentlichung von Publikationen für die Schulen unter anderem eine Ausstellung sowie ein Filmprojekt zu `vergessenen` und `verbotenen` Filmen aus der DDR, zu Filmen über die Friedliche Revolution 1989/1990 und zu Filmen über die DDR." In seinem Einleitungsvortrag widmet sich Prof. Dr. Martin Sabrow (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) der Kontroverse um den Stellenwert von Herrschaft und Alltag in der öffentlichen DDR-Aufarbeitung.

In Workshops diskutieren die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer dann unter anderem über Themen wie "Grenzregime und Mauerbau", "DDR-Staatssicherheit – ein gewöhnlicher Geheimdienst?", "Alltag in der DDR – ein ´Weichspülen´ der Diktatur?" oder darüber, ob die Friedliche Revolution von 1989 der Sieg des gesellschaftlichen Eigensinns war.

In der abschließenden Podiumsdiskussion, an der unter anderem der ehemalige Bürgerrechtler Prof. Dr. Jens Reich und der namhafte Geschichtsdidaktiker Prof. Dr. Bodo von Borries teilnehmen, geht es darum, wie viel geschichtspolitischen Konsens wir für die innere Einheit benötigen.

Zeit: Dienstag, 03. März 2009, 09.00 bis 18.00 Uhr
Ort: Konferenzsaal der Friedrich-Ebert-Stiftung
Hiroshimastraße 17
10785 Berlin-Tiergarten

Weitere Informationen zu "20 Jahre Friedliche Revolution" gibt es im Internet unter: bildungsserver.berlin-brandenburg.de/351+M5b362f6717f.html

Weitere Informationen zur Tagung finden sich unter: bildungsserver.berlin-brandenburg.de/351+M5b4b2a10cb6.html


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