Staatliche Kunstsammlungen Dresden und Staatliche Ethnographische Sammlungen gehen mit Kooperationsvertrag ersten Schritt in Richtung Fusion

"Die Staatlichen Kunstsammlungen und die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen verfügen über kunst- und kulturhistorische Sammlungen die sich in idealer Weise ergänzen", sagte Sachsens Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange heute in Dresden. Zuvor hatten beide Einrichtungen einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. "Beide Sammlungen rücken damit enger zusammen, um ihr Potenzial von gemeinsamen Projekten, Ausstellungen und Forschungsarbeiten, aber auch der gemeinsamen Vermarktung in Zukunft noch besser ausschöpfen zu können", so Dr. Stange. Darüber hinaus hätten auch praktische Aspekte wie die gemeinsame Nutzung von Verwaltung, Marketing und technischen Diensten bei den Überlegungen zur engen Kooperation eine Rolle gespielt.

13.01.2009 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Prof. Roth: "Die SES bewahren in ihren Objekten einen immensen kulturellen Reichtum der Völker. Die eigenen Sammlungen stärker als bisher in diesen Kontext zu stellen, betrachte ich als eine Herausforderung und beglückende Bereicherung. Beide Partner können von dieser Kooperation nur profitieren."

Dr. Deimel: "Die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen haben ein bedeutendes Potential, dessen globale Wahrnehmung auch in Kreisen der Kunstgeschichte in dieser Kooperation betont werden soll. Ein heutiges völkerkundliches Museum muss sich mit den Entwicklungen der weltweiten Kunst und Kultur mehr auseinandersetzen als früher. Die ehemaligen "Naturvölker" sind heute selbstbewusste Vertreter in zeitgenössischer Kunst und indigener Politik. Hierauf müssen wir antworten und unsere Kooperationen ausrichten. Die Verknüpfung der traditionellen ethnographischen Sammlungkonzeptionen in Leipzig, Dresden und Herrnhut im interdisziplinären Kontext der Dresdner Kunstsammlungen sollte für beide Institutionen eine Stärkung des Auftritts bedeuten. Ziel ist aber natürlich auch, ein bisher nur für die klassische Kunstgeschichte interessiertes Publikum auf die Lebenswelten der Kulturen der Welt aufmerksam zu machen."

Wenn sich die vereinbarte Zusammenarbeit in diesem Jahr bewährt, sei nach einem "Probejahr" eine Aufnahme der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen in den Verbund der Staatlichen Kunstsammlungen zum 1. Januar 2010 geplant, erklärte Ministerin Dr. Stange. Diese angestrebte strukturelle Vereinigung trage einer Entwicklung Rechnung, die im Zuge fortschreitender Globalisierung immer stärker Toleranz und interkulturelle Kompetenz erfordere. Für die Vermittlung dieser Fähigkeiten seien Völkerkundemuseen besonders geeignet.

In Planung sei, die Ethnographischen Sammlungen zukünftig als sachsenweites ethnographisches Museum mit allen drei Standorten in die SKD aufzunehmen. Mit Beginn des Jahres 2010 würden die SES darüber hinaus in einen Staatsbetrieb umgewandelt. Dieser Schritt war bei den Kunstsammlungen bereits Anfang 2009 vollzogen worden.


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