Staatsministerin Maria Böhmer: "IW-Studie bestätigt Integrationspolitik der Bundesregierung. Der Weg ist der richtige, aber er ist noch lang"

"Die fehlenden Erfolge in Schule, Ausbildung und am Arbeitsmarkt waren leider erwartbar. Sie bestätigen, dass die Maßnahmen des Nationalen Integrationsplans dringend notwendig sind." Mit diesen Worten kommentiert Staatsministerin Maria Böhmer die heute veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln.

26.02.2009 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Laut IW-Integrationsmonitor fällt es Migranten weiterhin schwerer als Einheimischen, sich erfolgreich in Bildungsprozesse, in den Arbeitsmarkt und in ökonomische Bereiche des gesellschaftlichen Lebens zu integrieren. Die Studie hebt die besondere Bedeutung der Bildung für die Integration hervor. Ausbleibender Bildungserfolg in frühen Lebensphasen könne zu einem späteren Zeitpunkt nur schwer korrigiert werden. Arbeitslosigkeit und Einkommensarmut seien drohende Folgen. "Sprache, Bildung und Ausbildung sind die Schwerpunkte des Nationalen Integrationsplans. Wir sind auf dem richtigen Weg, müssen unsere Anstrengungen aber noch verstärken. Dieser Appell richtet sich an die staatliche Seite wie auch an die Migranten selbst. Bildung und Ausbildung sind die Schutzschilder gegen Arbeitslosigkeit", erklärte Staatsministerin Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. "Die Grundlagen für die Bildungschancen werden schon im Vorschulalter in der Familie und im Kindergarten gelegt. Die Kindergärten müssen zu Orten der Bildung werden. Unser Ziel ist es, dass alle Mädchen und Jungen aus Zuwandererfamilien einen Kindergarten besuchen. Die Erzieherinnen und Erzieher müssen die deutsche Sprache und die Lust am Lernen vermitteln. Zudem müssen wir die Eltern, insbesondere die Mütter, verstärkt einbeziehen. Viele von ihnen kennen, geschweige denn nutzen nicht die Chancen, die das deutsche Bildungssystem für jeden bereit hält", erklärte Böhmer.

Engagierte Elternarbeit sei auch in den Schulen besonders wichtig. "Gerade Schulen mit einem hohen Migrantenanteil brauchen massive Hilfe. Sie benötigen mehr Geld, mehr Lehrer und Schulsozialarbeiter, sowie mehr Zeit. Wichtig ist auch eine gezielte Fortbildung der Lehrkräfte im Umgang mit Migrantenkindern. Zudem brauchen wir mehr Lehrerinnen und Lehrer, die selbst einen Migrationshintergrund haben. Die Länder sind gefordert, ihre im Nationalen Integrationsplan gemachten Zusagen zur Unterstützung der Schulen mit hohem Migrantenanteil einzuhalten. Die Studie belegt die Dringlichkeit. Die Zeit zum Reden ist vorbei, jetzt ist die Zeit des Handelns", betonte Böhmer.

"Der IW-Integrationsmonitor macht aber auch Mut. So erreichen einige Bundesländer trotz eines hohen Ausländeranteils überdurchschnittliche Werte bei der Integration. Sie erzielen diesen Erfolg beispielsweise mit einer hohen Betreuungsquote bei Kindern. Das zeigt uns: die Anstrengungen lohnen sich. Die Studie muss Ansporn und Motivation für alle sein, bei der Integration von Migranten die Ärmel hochzukrempeln. Denn jeder hat in Deutschland seine Chance verdient", so Staatsministerin Böhmer. Die Beauftragte der Bundesregierung erprobt gegenwärtig auf der Grundlage aktueller amtlicher Statistik einen Integrationsmonitor mit 100 Indikatoren zu 14 Themenbereichen. Zentrale Themenfelder sind die Bereiche Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt, soziale Integration und Einkommen, gesellschaftliche Integration, Wohnen, Gesundheit, Mediennutzung und Kriminalität. Der Bericht soll noch in dieser Wahlperiode vorgelegt werden.


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