Umfassend modernisiert: Jugendwaldheim Steinmühle als Lernort inmitten der Natur jetzt noch attraktiver

Das Jugendwaldheim Steinmühle bei Carpin (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) – anerkannte Bildungsstätte des Nationalparkamtes Müritz – wurde heute im Beisein des Ministers für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus und des Ministers für Bildung, Wissenschaft und Kultur Henry Tesch sowie des Stifters Jost Reinhold feierlich seiner Bestimmung übergeben. "Die modernisierten Gebäude stehen nun wieder Schulklassen aus der Region sowie aus ganz Deutschland als Lernort inmitten der Natur zur Verfügung", freut sich Minister Dr. Backhaus. Kabinettskollege Henry Tesch unterstrich: "Umwelterziehung erfordert entdeckendes Lernen. Dazu brauchen wir Bildungsstätten, die mit den Schulen des Landes kooperieren. Das Jugendwaldheim Steinmühle hat sich bereits in der Vergangenheit als verlässlicher Partner bewährt."

29.09.2008 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

"Heute gilt es, vielen zu danken, rückblickend dem ehemaligen Forstamtsleiter Bormann, der die Idee eines Jugendwaldheims damals auch gegen Widerstände durchsetzte, dann vor allem Jost Reinhold, der 100 000 Euro Stiftungs-mittel bereit stellte, und nicht zuletzt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendwaldheims selbst, die unglaublich viel Engagement gezeigt und über mehr als zwei Jahre auch viele Entbehrungen erduldet haben", bedankt sich Minister Backhaus bei Vorkämpfern, Unterstützern und Akteuren vor Ort.

Eine Projektgruppe des Gymnasiums Carolinum Neustrelitz unterstützte die Sanierungsarbeiten und sorgte mit ihren Ideen für frischen Wind. Für das Konzept erhielt sie 2004 einen Preis beim Bundesumweltwettbewerb und wurde zum Bundessieger im Wettbewerb "Jugend mit unendlicher Energie" 2004 gekürt. Bei der Einweihung des Jugendwaldheimes waren auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums vor Ort. Minister Tesch nutzte dies, um ihnen zu ihrem erneuten Preis beim Bundesumweltwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu gratulieren, den sie erst am vergangenen Freitag für das Projekt "Die umweltfreundliche Rekonstruktion des Jugend-waldheims Steinmühle" erhalten hatten. "Ich gratuliere den Schülerinnen und Schülern des Carolinums sehr herzlich zu dieser Auszeichnung. Sie unterstreicht, dass das Jugendwaldheim eine Bildungsstätte für und mit Kindern und Jugendlichen ist", so Minister Tesch.

Unter Zuhilfenahme des bekannten Sprichworts "Was lange währt, wird endlich gut" verwies Dr. Backhaus auch auf die Unvorhersehbarkeiten bei einer solch komplexen Modernisierung, die nun mit einer kombinierten Holz-Solar-Heizung einen rentablen und mit rollstuhlgerechten Unterkünften auch einen komfortablen, behindertenfreundlichen Betrieb ermöglicht, den man heutzutage zu Recht erwarte. Geräumige und gut ausgestattete Seminarräume sollen nun einer zunehmenden Zahl an Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Begleitern beste Bedingungen für ihre Beschäftigung mit der Natur des Nationalparks bieten. Es gelte, an die große Nachfrage früherer Jahre erfolgreich anzuknüpfen, als das Jugendwaldheim zwischen 1993 und 2005 8 459 Gäste beherbergte und knapp 30 000 Übernachtungen verzeichnete, so die Minister. Insgesamt sind in Steinmühle, überwiegend durch das Land Mecklenburg-Vorpommern, 1,82 Mio. Euro investiert worden – "gut angelegtes Geld", wie beide Minister unisono befanden, "denn die Umsetzung hier vor Ort ist eine In-vestition in die Köpfe und Herzen unserer jungen Menschen."

Historie

Im Jahr 1440 wurde für den Ort Carpin erstmals eine Mühle erwähnt, die aber erst im 18. und 19. Jahrhundert regionale Bedeutung erlangte. 1905 brannte das Mühlengebäude ab und wurde nach dem Wiederaufbau als Forsthaus genutzt. 1954 etablierte der staatliche Forstwirtschaftsbetrieb auf dem Gelände ein Ferien- und Schulungsheim. Mit einer Nutria-Farm und der Entenmast startete man gemäß DDR-Nomenklatur damals auch in die "Konsumgüterproduktion".

Nach 1990 bemühte sich vor allem der damalige Forstamtsleiter Klaus Bormann um eine weitere Nutzung des Gebäudes. Neben dem evangelische Jugenddorfwerk Rendsburg und dem Nationalparkamt Müritz strebte er eine Kooperation mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald an, die damals durch Lorenz Caffier, heute Innenminister des Landes, vertreten wurde. Mit der Inbetriebnahme des Jugendwaldheims im Juni 1993 reichte das Forstamt den ersten Bauantrag für die Instandsetzung des Gebäudes ein. 1996 wurde dieser Bauantrag durch das mittlerweile in die Verantwortung getretene Nationalparkamt Müritz aktualisiert. Mitarbeiter des damaligen Landesbauamtes begannen nun in kleinen Schritten mit der Sanierung der Trinkwasser- und Abwasseranlage, um den Betrieb des Hauses zu gewährleisten. 2001 erfolgte unter tätiger Mitwirkung des Wasser- und Bodenverbandes die Erneuerung der Wehranlage bei gleichzeitigem Einbau einer Fischtreppe zum Grünower See. Nach der 2005 begonnenen umfassenden Sanierung durch den Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern nimmt das Jugendwaldheim Steinmühle nun im Herbst 2008 seine Tätigkeit mit nachgefragten Angeboten der Umweltbildung wieder auf.


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