Vorbereitung auf ein Leben nach der Schule
Wichtigstes Ziel von Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft ist, Auf der didacta, Europas wichtigster Bildungsmesse, diskutierten Experten aus Schule und Wirtschaft, wie Schulen und Unternehmen noch effektiver zusammenarbeiten können. Wichtigstes Ziel dabei: Junge Menschen noch besser auf die Praxis und das Berufsleben vorzubereiten, denn Nur zwölf Prozent der Personalverantwortlichen in Unternehmen sind mit der Berufsbildungsfähigkeit der Jugendlichen zufrieden.
20.02.2008 Pressemeldung didacta - die BildungsmesseProminenter Diskussionsteilnehmer zum Thema "Deutsch, Mathe, Zukunft? Die Wirtschaft engagiert sich in den Schulen!" war Prof. Dr. h.c. Lothar Späth. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg a. D. plädierte dafür, dass sich Unternehmen stärker in den Schulen engagieren und mit den Lehrern den Kontakt suchen. Umgekehrt wünschte er sich von Schulen mehr Offenheit, da die Unternehmen lebendiger erklären könnten wie Wirtschaft funktioniert.: "Die Sprachlosigkeit muss aufgelöst werden. Macht die Türen auf."
Jugendliche besser auf das Berufsleben vorzubereiten. Sie sollen die vielfältigen Berufe kennenlernen und sich – unter Berücksichtigung eigener Stärken und Schwächen –lange vor dem Schulabschluss orientieren. Marianne Gerny, Studiendirektorin für Mathematik und Physik am Max-Planck-Gymnasium in Heidenheim hat ein Projekt nach diesen Maßstäben ins Leben gerufen: die Schüleringenieursakademie (SIA). Oberstufenschüler stellen während des Projekts ein innovatives Produkt her und erhalten Unterstützung aus Unternehmen und den Hochschulen. Gerny berichtete auf der Podiumsdiskussion von erstaunlichen Schülerarbeiten, die echten Erfindergeist bewiesen hätten. Die SIA gewährt den Jugendlichen einen guten Einblick ins spätere Studium oder ins Arbeitsleben. "Schüler, die an diesem Projekt teilnehmen, haben sich lange vor dem Abitur Gedanken gemacht, welcher Beruf zu ihnen passt", erklärte die Studiendirektorin.
Mit Vorbildern wie das SIA-Projekt kann man nach Meinung von Horst Günther Klitzing, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Philologenverbands Lehrer für Kooperationen gewinnen. Er warnte davor, Lehrern mit Geboten zu einer Zusammenarbeit mit Firmen zu zwingen.
"Was erwarten Unternehmen von jungen Menschen?", fragte die Moderatorin der Diskussionsrunde Christiane Lohrmann , Leiterin Bildungsmarketing Focus Magazin Verlag. Der Ausbildungsleiter bei Bosch Siemens Hausgeräte GmbH, Jörg Wagmüller, nannte gutes mündliches Ausdrucksvermögen, Textverständnis und gute Umfangsformen als wichtige Kriterien. Positiv sei auch außerschulisches Engagement im Verein oder bei den Kirchen. Lothar Späth forderte von den jungen Menschen mehr Einfallsreichtum, kritisches Denken und die Fähigkeit, den Lernprozess selbst in die Hand zu nehmen. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Jenoptik AG erwähnte auch, dass ein Engagement der Unternehmen in ihrem eigenen Interesse sei. "Die Chefs wissen alle, dass bald die kleinen Jahrgänge kommen. Jetzt beginnt die Vorratshaltung." Die Wirtschaft braucht innovative Kräfte und merkt schon heute, dass gutes Personal in technischen Berufen fehlt. Wenn Schule und Wirtschaft kooperieren und in Dialog zueinander treten, profitieren allen davon.
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