Zwei neue Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus im Saarland: "kompetent. für Demokratie" und "Vielfalt tut gut"

Um effektive Strategien gegen Rechtsextremismus, zur Förderung von Toleranz und Demokratie zu entwickeln, nimmt das Saarland seit 2007 am Bundesprogramm "kompetent. für Demokratie - Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus" teil. Darüber hinaus beteiligen sich der Landkreis Merzig-Wadern und der Regionalverband Saarbrücken mit der Umsetzung von Lokalen Aktionsplänen sowie das Adolf-Bender-Zentrum mit einem Modellprojekt am Bundesprogramm *Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie*.

28.10.2008 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Den Fachvortrag zum Thema hält Prof. Dr. Kurt Möller von der Hochschule Esslingen, der sich darin mit dem Rechtsextremismus als gesamt-gesellschaftlichem Problem beschäftigt sowie die aktuelle Situation in Bund und Land erläutert.

Im Rahmen der Veranstaltung werden als Marktplatz Modellprojekte präsentiert und es besteht die Möglichkeit, sich bei der Landeskoordinierungsstelle und den Erstkontaktstellen näher zu informieren.

Das Saarland beteiligt sich bereits landesweit an zahlreichen Projekten und Programmen und fördert vielfältige Maßnahmen, um auf rechtsextrem motivierte Ereignisse reagieren zu können und präventiv tätig zu werden. Darüber hinaus engagiert sich das Saarland sich seit 2007 an folgenden Bundesprogrammen gegen Rechtsextremismus:

"kompetet. für Demokratie - Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus"

Seit dem 01. Juli 2007 fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit dem Programm "kompetent. für Demokratie" den Aufbau eines landesweiten Beratungsnetzwerkes zur fachkompetenten Beratung bei rechtsextrem motivierten Vorfällen. Im Saarland erfolgt die Umsetzung des Bundesprogramms seit September 2007 und ist im Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur angesiedelt.

Der Schwerpunkt liegt auf einer anlassbezogenen, kompetenten Beratung im Sinne der "Hilfe zur Selbsthilfe" von betroffenen BürgerInnen und öffentlichen Stellen wie Kommunen, Schulen und anderen Einrichtungen und Organisationen. Als feste Beratungsstruktur wurde dafür im Saarland auf Landesebene ein Landesberatungsnetzwerk mit Vertretern aus staatlichen Stellen sowie ein lokales Beratungsnetzwerk mit Experten zum Thema Rechtsextremismus installiert.

Kern des Landesberatungsnetzwerkes bilden VertreterInnen des Ministeriums für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, des Ministeriums für Arbeit, Justiz, Gesundheit und Soziales, des Ministeriums für Inneres und Sport, der Landeszentrale für politische Bildung, des Saarländischen Städte- und Gemeindetages und des Landkreistages Saarland. Darüber hinaus wurde auf regionaler Ebene ein lokales Beratungsnetzwerk gebildet, um als Erstkontaktstelle in jedem Landkreis und dem Regionalverband schnell und unbürokratisch Ratsuchende kostenlos beraten zu können. Ein Vorteil der saarländischen Konzeption liegt im schnellen Zugang zu allen maßgeblichen Stellen in den Ministerien und Spitzenverbänden auf Kommunal- und Landesebene sowie auf den flächendeckenden Beratungsstrukturen.

"Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie"

Seit dem 01. Januar 2007 fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit dem Programm "Vielfalt tut gut" Projekte, die dem Rechtsextremismus entgegenwirken und das Toleranz- und Demokratiebewusstsein stärken. Das Programm richtet sich hauptsächlich an Kinder- und Jugendliche, insbesondere an rechtsextremistisch gefährdete junge Menschen. Weitere Zielgruppen sind unter anderem Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie pädagogische Fachkräfte.

Der Schwerpunkt liegt zum einen im pädagogisch-präventiven Bereich mit dem Ziel, die Bildung fester Strukturen zu fördern, die über Bewusstseinsbildung langfristige Wirkungseffekte erzielen. Dies geschieht indem Lokale Aktionspläne unterstützt werden, die demokratische Strukturen vor Ort nachhaltig festigen. Zum anderen werden gezielte von Modellprojekten gefördert, die neue Ideen und Methoden zur Stärkung von Vielfalt, Toleranz und Demokratie entwickeln.

Im Saarland wurden der Regionalverband Saarbrücken und der Landkreis Merzig * Wadern vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als Modellregion ausgewählt. Das "Adolf-Bender-Zentrum" in St. Wendel gehört in Kooperation mit dem "Netzwerk für Demokratie und Courage" zu den geförderten Modellprojekten.


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