Ahnen: Kinder und Jugendliche mehr an Planungen beteiligen
"Wenn Kinder und Jugendliche bei Projekten zur Gestaltung und Umgestaltung in einer Kommune direkt und umfassend beteiligt werden, dann können sich über die Ergebnisse nicht nur die Kinder und Jugendlichen freuen. Gewinner sind letztlich alle, die sich dafür einsetzen, dass die Interessen von Kindern und Jugendlichen sowie die Belange der Umwelt bei der Entwicklung ihrer Gemeinde und ihrer Stadt berücksichtigt werden. Das zeigen die Beispiele der Ortsgemeinden Hergenfeld im Kreis Bad Kreuznach und Stadecken-Elsheim im Kreis Mainz-Bingen sehr anschaulich." Das unterstrich Bildungs- und Jugendministerin Doris Ahnen heute in Mainz, als sie – auch im Namen von Umweltministerin Margit Conrad – die beiden Siegergemeinden des ersten Landeswettbewerbs "Kinder-, jugend- und umweltfreundliche Gemeinde durch Spielleitplanung" der Ministerien für Bildung, Frauen und Jugend sowie für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz mit einem Geldpreis von jeweils 3.000 Euro auszeichnete.
13.09.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-PfalzBeeindruckend sei für die Jury und auch für sie selbst gewesen, dass die kleine nur 480 Einwohner umfassende Siegergemeinde Hergenfeld selbst unter schwierigen finanziellen Bedingungen und angesichts der demographischen Entwicklung mit einer qualifizierten Spielleitplanung ein Signal für die Zukunft gesetzt habe, sagte Doris Ahnen. Das Spektrum an Beteiligungsformen werde für die 121 Mädchen und Jungen in dem Dorf – immer orientiert an der jeweiligen Altersgruppe – bei der Umsetzung der einzelnen Projekte voll ausgeschöpft. So habe auch der intensive Wunsch der Kinder nach zusätzlichem Raum zum Spielen bei der Umgestaltung einer Freifläche am Dorfgemeinschaftshaus, die eigentlich als Parkplatz vorgesehen war, erfüllt werden können. Künftig gebe es nun eine kombinierte Spiel- und Parkfläche, die variabel dem jeweiligen Bedarf angepasst werden könne.
In der zweiten Siegergemeinde, Stadecken-Elsheim, mit ihren 4.650 Einwohnern, von denen 1.050 Kinder und Jugendliche sind, seien innerhalb kurzer Zeit durch die Spielleitplanung eine Reihe zukunftsweisender Projekte für und mit den jungen Menschen im Gemeinderat beschlossen und angegangen worden, so die Ministerin weiter. Besonders erwähnenswert sei die rasche Errichtung des inzwischen eingeweihten naturnahen Spielplatzes "Kleinfeld 1". Unter Beteiligung der Mädchen und Jungen und mit intensiver Eigenarbeit der Bevölkerung seien hier unter andrem attraktive Wasser- und Sandbereiche sowie vielfältige Kletter- und Balanciermöglichkeiten entstanden. Unter Mitwirkung von Jugendlichen seien zudem eine Bushaltestelle zum Treffpunkt junger Leute umgestaltet und die Sanierung einer Grillhütte in Angriff genommen worden. Die Gemeinde kurz vor den Toren der Landeshauptstadt habe sich aber auch von Anfang an langfristigen Vorhaben gewidmet, die der Natur und zugleich Kindern sowie Jugendlichen nutzten, wie beispielsweise die Bachrenaturierung am Effengraben zeige.
Jeweils rund 30 engagierte Bürgerinnen und Bürger, vor allem auch Kinder und Jugendliche, Mitglieder der "Arbeitsgemeinschaften Spielleitplanung" und die politisch Verantwortlichen aus den beiden Siegergemeinden freuten sich nicht nur über die Auszeichnung in dem Landeswettbewerb, sondern betonten auch, dass das Konzept der kinder-, jugend- und umweltgerechten Spielleitplanung die Lebensqualität verbessert und den Alltag bereichert habe. Die Bildungs- und Jugendministerin unterstrich, sie hoffe, dass die kreativen Ideen und Problemlösungen, die landesweit bereits mit dem Konzept entwickelt wurden, noch viele Kommunen zur Nachahmung anregen.
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