Berlin und das "Dritte Reich"

Die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit teilt mit:

29.06.2006 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Die Diskussion über den Abriss der Monumentalfiguren auf dem Gelände des Olympiastadions hat erneut ein Schlaglicht auf die Hinterlassenschaften des NS-Regimes in Berlin geworfen. Das ungebrochene Interesse am sogenannten Dritten Reich beschränkt sich aber nicht nur auf seine Spuren im Stadtbild. Eine vertiefende Analyse der Beziehungen zwischen der Metropole Berlin und dem braunen Diktator Adolf Hitler bietet das Buch von

Sven Felix Kellerhoff, Hitlers Berlin. Geschichte einer Hassliebe,

das ab sofort in der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit erhältlich ist.

Auf 223 Seiten nimmt der Autor die "gestörte Beziehung" des Anführers der Nationalsozialisten zu Berlin unter die Lupe. Dabei verteilt er seine Aufmerksamkeit zu gleichen Teilen auf die Jahre vor und nach der Machtübernahme1933.

Als Konstante schält sich eine amibivalente Einstellung heraus, die zwischen Abscheu vor dem "Sündenbabel" (1923) und Bejahung Berlins als willkommener Kulisse für die Selbstdarstellung schwankt. Denn nach 1933 wird die Stadt für Hitler zur wichtigsten Bühne für die Inszenierung seiner Politik und die Darstellung seiner selbst. Schließlich ist sie auch die Stätte seines Endes.

Der Autor geht ausführlich auf das nicht weniger ambivalente Verhältnis der Stadt zu ihrem "Eroberer" ein. Er identifiziert die frühesten Geldgeber und Unterstützer in Berlin, beschreibt den Aufstieg der NSDAP von einer unbedeutenden Splittergruppe zur herrschenden Partei unter dem Gauleiter Joseph Goebbels, analysiert, inwieweit sich in den Berliner Wahlergebnissen der Jahre 1925 bis 1933 spezifische Berliner Abweichungen im Vergleich zum übrigen Reichsgebiet finden lassen und verfolgt die Einstellung der Berliner zu Hitler von den propagandistisch ausgeschlachteten Olympischen Spiele bis zu den letzten Tagen im Bunker der Reichskanzlei. Eine besondere Aufmerksamkeit erfährt die Frage, ob Berlin zurecht als "Hauptstadt des Widerstandes" bezeichnet werden kann.

Das mit zahlreichen schwarz-weißen Illustrationen ausgestattete Buch kann gegen eine Bereitstellungspauschale in Höhe von 4,- Euro abgeholt werden in der Landezentrale für politische Bildungsarbeit Berlin:

An der Urania 4-10, 10787 Berlin-Schöneberg
(Nähe Wittenbergplatz), Tel.: 90 16 25 52
geöffnet:
Mo. - Mi.: 12 Uhr bis 16 Uhr
Do.: 12 bis 18 Uhr
Fr.: 10 bis 18 Uhr

Zusendungen sind leider nicht möglich.

Informationen auch unter www.landeszentrale-politische-bildung-berlin.de
Inhaltliche Rückfragen: Dr. Udo Wetzlaugk, Tel.: 90 16 25 56


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