Berufliche Schulen gehen neue Wege in puncto Selbstständigkeit und Eigenverantwortung

MODUS21 ist das Markenzeichen für Selbstständigkeit und Eigenverantwortung für die allgemein bildenden Schulen, Profil 21 ist speziell auf die beruflichen Schulen ausgerichtet. Wie keine andere Schulart müssen sich die beruflichen Schulen der hohen Innovationsgeschwindigkeit der Wirtschaftswelt anpassen. Damit die beruflichen Schulen schnell auf die neuen Anforderungen reagieren können, benötigen sie größtmögliche Gestaltungsfreiheiten, die weiter gehen als die der allgemein bildenden Schulen. Davon sind vor allem die Bereiche Personal- und Finanzverantwortung betroffen.

13.11.2006 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Wie weit diese Freiheit gehen soll, erproben 18 Schulen im Rahmen des Modellprojektes Profil 21 der Stiftung Bildungspakt Bayern und des Bayerischen Kultusministeriums. "Wir wollen mit Profil 21 neue Konzepte entwickeln, die passgenau auf die speziellen Bedürfnisse der beruflichen Schulen zugeschnitten sind. Die Einzelmaßnahmen, die die Schulen erarbeiten, können im Schulversuch über derzeit bestehende juristische Grenzen hinausgehen", betonte Kultusminister Siegfried Schneider am Montag in München. Das Ziel von Profil 21 sei, die Qualität der Schulen und des Unterrichts zu steigern und so die Chancen der Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

"Die Ausbildung muss im Sinne neuer Anforderungen optimiert und die Zahl der nicht Berufsbildungsfähigen verringert werden. Denn die liegt mit 20 % aller Schüler in einem Bereich, der uns aufrütteln muss. Profil 21 bietet die Chance, Verbesserungen an den Berufsschulen einzuführen, die die Wirtschaft schon länger fordert: Wir brauchen eine stärkere Orientierungsmöglichkeit an neuen Anforderungen der Betriebe und der Berufe. Der Unterricht muss sowohl zeitlich als auch inhaltlich je nach Bedarf der Lernenden flexibler gestaltet werden. Dafür sind mehr methodische Ge- staltungsmöglichkeiten und damit Innovationen erforderlich", erklärte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V..

"Unternehmen müssen heute mehr denn je flexibel reagieren und sich neuen Nachfragestrukturen anpassen. Dies geht einher mit neuen Ansprüchen an die Mitarbeiter und damit auch an die Berufsausbildung: Sie muss flexibel bleiben und sich veränderten Anforderungen anpassen können. Die Berufsschulen spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie brauchen die geeigneten Rahmenbedingungen, um Jugendlichen eine zukunftsfähige berufliche Qualifizierung bieten zu können. Genau hier setzt Profil 21 an: Es schafft Freiräume und Gestaltungsspielräume, um die Qualität der Berufsschulbildung weiter zu steigern", so Brossardt.

53 Schulen hatten sich um die Teilnahme an Profil 21 beworben, 18 staatliche, kommunale und private berufliche Schulen wurden von einer Jury ausgewählt und sind jetzt die Pioniere in puncto Selbstständigkeit. Der Schulversuch ist auf fünf Jahre angelegt. Wie bei MODUS21 sollen bereits zur Halbzeit erste positive Maßnahmen auch anderen beruflichen Schulen zugänglich gemacht werden. Die Schulen erarbeiten Reformkonzepte in fünf Bereichen. Das sind Unterrichtsentwicklung, Personalentwicklung und Personalverantwortung, Organisationsentwicklung, Finanzverantwortung sowie Bildungsverantwortung.

"Insbesondere die Berufsschulen mit ihrer intensiven Vernetzung mit der regionalen Wirtschaft brauchen mehr Eigenverantwortung im Bereich der Schulleitung und Personalführung. Wir denken dabei an die Einrichtung einer mittleren Führungsebene, also eine Art Abteilungsleiter an den Schulen. Ebenso brauchen wir ein schülerbezogenes Personalbudget, das wir eigenständig verwalten", betont Hans Käfler, Leiter der Karl-Peter-Obermeier-Schule, Staatliche Berufsschule I in Passau, die an dem Modellversuch Profil 21 teilnimmt.


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