Bildungs- und Frauenministerin Erdsiek-Rave: "Der Girl's Day ist ein Beispiel für gute Berufsvorbereitung"

"Eine gute Berufsvorbereitung berücksichtigt die tatsächlichen Fähigkeiten und Begabungen der Schülerin oder des Schülers und richtet sich nicht einfach nach dem Geschlecht. Deshalb ist der Girl's Day nicht nur für die Mädchen, sondern auch für Jungen ein Stück beispielhafter Berufsvorbereitung." Das sagte Ministerin Ute Erdsiek-Rave heute (26. April) aus Anlass des sechsten Girl's Day, des Mädchen-Zukunftstages, der am morgigen Donnerstag stattfindet. Die Initiative, die in Schleswig-Holstein vom Ministerium für Bildung und Frauen und von der Industrie- und Handelskammer getragen wird, will Mädchen dazu ermutigen, sich auch für frauenuntypische Berufsfelder zu interessieren.

27.04.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

In diesem Jahr stehen den Mädchen in Schleswig-Holstein rund 2100 Plätze zur Verfügung. Auf 187 Veranstaltungen erfahren sie mehr über technische Berufe, naturwissenschaftliche Fächer und zukunftsweisende Branchen mit neuen Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. Die Ministerin dankte ausdrücklich den zahlreichen Initiativen und Arbeitskreisen vor Ort, die Praktikumsplätze organisieren, Anfragen koordinieren und Veranstaltungen planen: "Dieses große ehrenamtliche Engagement ist seit Jahren die Voraussetzung und Basis für den großen Erfolg des Zukunftstages."

Nach Aussage von Erdsiek-Rave ist die Berufswahl bei Mädchen und Jungen gleichermaßen nach wie vor geschlechtsspezifisch geprägt: Viele Jungen würden Lackierer, Mechaniker, Kfz-Mechatroniker oder Kaufmann im Einzelhandel und die Mädchen Bürokauffrau, Friseurin oder Arzthelferin. "Geschlechtergerechtigkeit muss schon in der Schule anfangen", forderte die Ministerin deshalb. Eine individuellere Förderung des einzelnen Kindes und Jugendlichen könne wesentlich dazu beitragen, bislang unentdeckte Potenziale bei Mädchen und Jungen zu erkennen und zu fördern. Die Ministerin, die zurzeit auch Vorsitzende der Kultusministerkonferenz ist, kündigte an, das Thema "Geschlechtergerechtigkeit im Unterricht" auf einem Fachkongress im September in Berlin mit Experten zu erörtern. Ziel ist es, sowohl bereits erprobte Unterrichtsmodelle zu diskutieren als auch neue Methoden zu entwickeln, um die Begabungen von Jungen und Mädchen gleichermaßen besser fördern zu können. "Wir müssen alles unternehmen, damit alle jungen Menschen ihre Potenziale erkennen und ausschöpfen können."

Der Girl's Day fand in Schleswig-Holstein erstmalig 2002 statt und wird unterstützt vom Arbeitskreis Frauen in der Wirtschaft, der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen und junge Frauen in der Jugendhilfe, Trägern der Jugendarbeit, der Arbeitsagentur Nord, der kommunalen Gleichstellungsstellen sowie von Unternehmen. Mädchen ab der fünften Klasse haben die Möglichkeit, sich über Berufswahlmöglichkeiten, insbesondere in den Bereichen Technik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie, Handwerk, Unternehmensführung, Politik oder Forschung zu informieren. Jungen sollen diesen Aktionstag nutzen, um sowohl an schulischen als auch außerschulischen Aktivitäten zu den Themen Berufswahlmöglichkeiten, Lebensplanung und Sozialkompetenzen teilzunehmen.

Seit dem 1. September 2005 hat das Ministerium für Bildung und Frauen die Landeskoordinierungsstelle zum "Girl's Day - Mädchen- Zukunftstag Schleswig-Holstein" eingerichtet, Ansprechpartnerin ist Cornelia Knieß, Telefon: 0431/ 988-2446.

Weitere Informationen zum Girl's Day sind im Internet unter www.girl's-day.de zu finden.


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