Böger gibt Startschuss für Schulprogramme

"Mit der Einführung eines Qualitätsmanagements an allen Berliner Schulen, machen wir ernst. Wir wollen nunmehr gezielt Lehrkräfte mit der notwendigen Professionalität und Kompetenz ausstatten, damit sie an ihrer jeweiligen Schule die Qualitätsentwicklung vorantreiben und evaluieren können," erklärte Bildungssenator Klaus Böger am Freitag in Berlin.

22.10.2004 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Am Tage zuvor hat die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport begonnen, 32 Lehrerinnen und Lehrer zu Evaluationsberatern zu qualifizieren. In sechs Monaten absolvieren die Teilnehmer acht Module, die sie befähigen werden, in Zusammenhang mit der Schulprogrammentwicklung Daten zu erheben, messbare Ziele zu formulieren und die Entwicklung und die Ergebnisse zu evaluieren. Bis zum Jahre 2007 sollen insgesamt 1 800 Evaluationsberater qualifiziert werden. Das entspricht zwei Personen mit Evaluierungskompetenz pro Schule.

Böger: "Erfreulicherweise gibt es sehr viele Lehrerinnen und Lehrer die sich freiwillig bei ihren Schulleiterinnen und Schulleitern anbieten, um sich zu Evaluationsberatern qualifizieren zu lassen. Das ist ein sehr gutes Zeichen, weil es zeigt, wie groß Interesse und Engagement für die Bildungsreformen bei den Lehrerinnen und Lehrern ist."

Die Qualifizierungsmaßnahme wird vom LISUM veranstaltet. Die fachliche Durchführung übernimmt die Arbeitsgruppe Schul- und Unterrichtsqualität der Freien Universität Berlin. Das Land Berlin nimmt mit dieser systematischen Qualifizierungsmaßnahme an allen Schulen deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein. Gleichzeitig sind alle Schulen von der Senatsverwaltung per Rundschreiben vom 8. Oktober 2004 aufgefordert worden, bis zum Jahre 2006 ein Schulprogramm zu erarbeiten.

Das neue Schulgesetz verpflichtet alle Schulen, ein Schulprogramm zu entwickeln. Das Schulprogramm wird von den Lehrerinnen und Lehrern unter Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler, sowie der Eltern gemeinsam erarbeitet. Es enthält konkrete Festlegungen, wie die Schule die Vorgaben und Freiräume ausgestalten will, die ihr das neue Schulgesetz im Rahmen ihrer stärkeren Eigenverantwortung eröffnet.

Um Erfahrungen mit diesem komplizierten Diskussions- und Entscheidungsprozess zu bekommen, haben zunächst 60 Pilotschulen an dem Pilotverfahren "Schulqualifizierung in Berlin" (SQIB) teilgenommen. Durch die Erkenntnisse aus SQIB konnten sowohl die Qualifizierungsmaßnahmen als auch die Vorgaben für die Schulprogramme stärker auf die Bedürfnisse in den Schulen ausgerichtet werden. Der Bericht der Senatsverwaltung zu SQIB ist heute ebenfalls veröffentlicht worden.

Böger: "Unser Ziel bleibt es, die Schulen in eine größere Unabhängigkeit und Selbstbestimmung zu entlassen. Das wird allerdings nur dann funktionieren, wenn die Schulen selbst Verantwortung für ihre Qualitätsentwicklung übernehmen. Genau dafür sollen Ziele und Maßnahmen in den Schulprogrammen formuliert und überprüfbar festgelegt werden."


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