Das jüdische Berlin

Jüdisches Leben hat Berlin ganz elementar geprägt. Seit der deutschen Einheit 1990 hat es einen neuen Aufschwung erfahren. Heute leben rund 12 000 Gemeindemitglieder in der Stadt, von der während der nationalsozialistischen Diktatur der fabrikmäßig betriebene Mord jüdischer Menschen ausgegangen und wo schon 1933 die Blütezeit jüdischen Lebens abrupt beendet worden war.

26.10.2004 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

In dem neu in das Angebot der Landeszentrale aufgenommenen Band

Bill Rebiger,

Das jüdische Berlin.
Kultur, Religion und Alltag gestern und heute

werden ein systematischer Überblick und detaillierte Informationen gegeben u.a. zu Synagogen und Gemeindezentren, Kultur, Friedhöfen, Gedenkstätten und Mahnmalen, Museen und Ausstellungen. Der Autor, Judaist und Stadtführer, beleuchtet die historischen Zusammenhänge und geht auch auf das Selbstverständnis der Berliner Juden heute und ihr alltägliches Leben ein. Eine kommentierende Zeittafel und Portraits jüdischer Persönlichkeiten runden das als Einführung angelegte Buch ab.

Bei der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 hatte Berlin etwa 160 000 Einwohner jüdischen Glaubens. Nur etwa 8 000 Berliner Juden überlebten die Vertreibungen und die Vernichtungsaktionen: in "Mischehenen", in Verstecken oder in den Konzentrationslagern. Diese traumatische Erfahrung ist noch wach und überlagert die Tatsache, dass Berlin für Jahrhunderte das Zentrum eines lebendigen und auch international weit ausstrahlenden jüdischen Lebens in Deutschland war.

Den Formen und Folgen des Antisemitismus von den Anfängen bis zur Gegenwart geht folgende bereits seit einiger Zeit erhältliche Eigenpublikation der Landeszentrale nach:

Armin Pfahl-Traughber,

Antisemitismus in der deutschen Geschichte.

Der zeitliche Bogen spannt sich vom Antisemitismus im christlichen Mittelalter über das Kaiserreich und die Weimarer Republik bis zum Antisemitismus im "Dritten Reich" und seinen vernichtenden Konsequenzen ("Endlösung der Judenfrage"). Auf die Betrachtung der Zeit nach 1945 folgt schließlich eine theoretische Analyse der Ideologie und der Ursachen des Antisemitismus. Der Autor betont, wie wichtig und notwendig es angesichts weiter fortbestehender Vorurteile gegenüber Juden ist, verstärkt politische Bildungsarbeit zu leisten.

Die Veröffentlichungen gibt es:

An der Urania 4-10, 10787 Berlin-Schöneberg
(Nähe Wittenbergplatz), Tel.: 90 16 25 52

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Infos auch unter www.landeszentrale-politische-bildung.de


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