Dauerausstellung des Filmmuseums Potsdam wird märchenhaft

Mit einer guten Nachricht erfreute Brandenburgs Kulturministerin Prof. Dr. Johanna Wanka heute die Direktorin des Filmmuseums in Potsdam Dr. Bärbel Dalichow. Für den zweiten Teil der neuen Dauerausstellung des Museums konnte Wanka 300.000 Euro bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien Dr. Christina Weiss einwerben. Nun kann die Arbeit an einem schon länger geplanten Projekt beginnen. Die Mittel fließen in eine Märchenfilm-Ausstellung, die die im April eröffnete neue Dauerausstellung des Museums "Babelsberg – Gesichter einer Filmstadt" vollenden soll.

02.08.2004 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

"Eine Dauerausstellung im Potsdamer Filmmuseum muss natürlich das Thema Märchenfilme ausführlich beleuchten," bekräftigt Kulturministerin Johanna Wanka. "Zum einen waren Märchenfilme ja bekanntermaßen eine Babelsberger Spezialität und zum anderen wird mit dieser Ausstellungserweiterung die Anziehungskraft des Museums für Kinder und Familien noch weiter wachsen. Ich freue mich daher ganz besonders, dass es mit Hilfe des Bundes gelungen ist, diese Erweiterung der ständigen Ausstellung des Potsdamer Filmmuseums zu ermöglichen. Die Erweiterungsausstellung soll darüber hinaus so angelegt sein, dass sie auch noch Platz für temporäre und aktuelle Sonderausstellungen bieten kann."

In der Filmfabrik Babelsberg werden seit den 20er-Jahren Märchenfilme gedreht, die meisten davon während der DEFA-Jahre, als dort eine kontinuierliche Kinderfilmproduktion gepflegt wurde. Aus Motiven von 11 Filmen, nach Märchen der Gebrüder Grimm, nach Wilhelm Hauff, Hans Christian Andersen, Bettina von Arnim und Michael Ende, wird bis zum Internationalen Kindertag im nächsten Jahr eine Schau entstehen, in der Besucher die Welt dieser Märchenfilme entdecken können. Originale aus den Filmen und Nachbauten, Requisiten und Filmtricks laden zum Staunen ein. Sie schaffen Spielanlässe, die Kindern und ihren Begleitern Freude machen und ihnen Entdeckungen ermöglichen. Natürlich sollen auch die Texte der alten Märchen gelesen oder gehört werden, denn ihre Weisheit liegt auch in ihrer schönen Sprache.

"Nicht nur Kinder brauchen Märchen, sondern Erwachsene auch", ist sich Bärbel Dalichow sicher. "Was wären wir ohne Hoffnung auf ein gutes Ende? Ohne Märchen verlieren wir eine ganze Welt: den tiefen Zauber der Märchenfiguren, die Kraft der alten Texte, den Trost und die Anregungen, die altmodische Märchenfilme geben können. Kinder sind unsere Lieblingsbesucher. Wir wollen ihnen wieder, wie mit MAUS OLEUM zur Sendung mit der Maus, ein Angebot machen, das sie begeistert."

Neben Märchenhaftem wollen die Museumsleute auch zu kleinen Exkursen in die Welt der Wissenschaft und Technik einladen, allerdings auf eine Weise, die Kindern zwischen 5 und 11 Jahren gemäß ist und die auch vergessliche Erwachsene nicht überfordert, sondern überrascht. Wissen Sie, mit welchem Gift die eifersüchtige Stiefmutter das hellhäutige Schneewittchen (in der DDR 1961 gespielt von der Fernsehansagerin Doris Weikow, ihr Prinz war später Rektor der HFF in Babelsberg) umbringen wollte und ob man so eine Missetat tatsächlich im Koma überstehen kann? Ab 1. Juni 2005 können Sie es erfahren, im Filmmuseum Potsdam.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden