"Die Faszination der Fossilien sichtbar machen"
"Mit dem Besucher- und Informationszentrum wird die Faszination der Grube Messel und ihrer Fossilen sichtbar und damit für den Tourismus noch attraktiver. Das Besucherzentrum soll zeigen, dass Forschung und Entdecken Spaß machen." Das hat der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, bei der Enthüllung des Bauschilds für das Projekt an der einzigen deutschen Weltnaturerbestätte hervorgehoben. Bisher haben mehr schon als 100.000 Besucher die Grube Messel besichtigt, die am 9. Dezember 1995 von der UNESCO als Fossilienfundstätte in die Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen worden war.
17.12.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und KunstDas Besucher- und Informationszentrum wird über eine Nutzfläche von 870 Quadratmetern verfügen. Mit den eigentlichen Bauarbeiten soll witterungsbedingt im Mai 2008 begonnen werden; vorher wird im Frühjahr 2008 das Gelände geräumt. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Frühjahr 2009 geplant; im Anschluss daran erfolgt die Ausstattung.
Das rund fünf Millionen Euro teure Projekt wird nach Plänen des Architekturbüros Landau + Kindelbacher und der Landschaftsarchitekten Keller (beide München) verwirklicht. Die grafische Grundidee für den Gebäudeentwurf ist von der Schichtung des Ölschiefers abgeleitet: Der Besucher durchwandert diese Erdschichten sinnbildlich in einem einmaligen, für Messel konzipierten Raumgefüge, das keine Analogie zu herkömmlichen Gebäuden aufkommen lässt. Der Besucher soll den Alltag hinter sich lassen und sich bewusst als Teil der Erde fühlen. Auftakt und Ende des Rundgangs bildet ein Foyer mit Shop und Bistro. Das Gebäude bietet außerdem einen kombinierten Kino- und Veranstaltungsraum. Die Aussichtsplattform auf dem Dach eröffnet einen Panoramablick auf die Grube Messel.
Mit der Planung der Ausstellungsgestaltung ist das Büro Holzer Kobler Architekturen (Zürich) beauftragt. Ziel der Szenografie ist es, Informationen zur Grube Messel und die wertvollen Fossilienfunde auf unterhaltsame Art zu vermitteln und atmosphärisch erlebbar zu machen, ohne dabei auf fundierte Fakten und wissenschaftliche Hintergründe zu verzichten. Die Raumstruktur fügt sich in die Schichtung des Ölschiefers ein und gliedert sie, ähnlich einer bizarren versteinerten Landschaft, mit raumgroßen Einbauten. Die einzelnen Räume sind verschiedenen Themen gewidmet, wie zum Beispiel Vulkanismus, Bohrkerne, Evolution, Schaupräparation, Schatzkammer. Eine virtuelle "Fahrt in die Tiefe" lädt auf eine kaleidoskopische Zeitreise ein in die faszinierende Geologie der Grube Messel. Im Dschungel taucht der Besucher ein in eine sinnliche, schillernde Welt, die durch eine Vielfalt von Pflanzen und Tieren medial belebt wird.
Die Gestalttypologie des Gebäudes setzt sich in den Außenanlagen fort: Hier sind unterschiedliche Themengärten geplant wie Maarvulkanismus/Bohrung, Regenwald und Klima, Evolution und Bio-/ Geodiversität, ursprüngliche Pflanzenfamilien, Welten- und Expeditionsgarten.
Organisiert wird das Bauprojekt vom Hessischen Baumanagement. Zurzeit sind die Beteiligten dabei, die Ausführungspläne zu erstellen und die Ausschreibungen vorzubereiten.
Die Gemeinde Messel hat unlängst die Aufstellung des vorhaben bezogenen Bebauungsplans für das Gebiet beschlossen. Der Abschlussbetriebsplan, der für die Entlassung des Grundstücks aus dem Bergrecht erforderlich ist, wurde genehmigt und der Erbbaurechtsvertrag zwischen dem Land Hessen und dem Zweckverband Abfallverwertung Südhessen wurde unterzeichnet.
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