Dr. Eva-Maria Stange: "Mitwirkung aller Opfergruppen für die Aufarbeitung unserer Geschichte unverzichtbare Voraussetzung"
"Unsere Demokratie und der innere Zusammenhalt unserer Gesellschaft hängen maßgeblich davon ab, wie die Menschen in diesem Land die Lehren der Geschichte im Gedächtnis behalten und zum Maßstab ihres Denkens und Handelns machen", sagte die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, heute beim Empfang der sächsischen Staatsregierung für die Mitglieder der Bundesvereinigung "Gegen Vergessen – für Demokratie e.V.". Der Verein unter dem Vorsitz von Dr. Joachim Gauck war heute zu seiner Jahresmitgliederversammlung im Dresdner Landtag zusammengekommen.
11.11.2006 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus"Für die Aufarbeitung der Geschichte vor und nach 1945 ist die Mitwirkung aller Opfergruppen in der Stiftung Sächsische Gedenkstätten eine unverzichtbare Voraussetzung", machte die Ministerin ihre Bemühungen deutlich, die Verbände der Opfergruppen des Holocaust und des Nationalsozialismus wieder für die Zusammenarbeit in der Gedenkstätten-Stiftung zu gewinnen.
Die Verbände der Opfergruppen des Holocaust und des Nationalsozialismus waren aus der Stiftung ausgetreten, weil sie der Auffassung sind, die Stiftungsarbeit setze die Verbrechen der NS-Zeit gleich mit denen der Sowjet- und SED-Diktatur. Die Präambel der Satzung stelle nach Darstellung von Staatsministerin Dr. Stange deshalb jetzt klar: "Es gehört zu unserem Selbstverständnis, dass weder die Verbrechen des Nationalsozialismus mit Verweis auf die Verbrechen des Stalinismus relativiert noch diejenigen der kommunistischen Diktatur in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR mit Verweis auf die rassistischen und antisemitischen Menschen- und Völkerrecht verletzenden Verbrechen des Nationalsozialismus bagatellisiert werden."
Zur Kultur des Erinnerns gehöre, so Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange weiter, die Erinnerung an die Vergangenheit wach zu halten und an die jüngere Generation weiterzugeben: "Das festigt unser demokratisches Selbstverständnis. Demokratie müssen wir heute nicht mehr in erster Linie wagen, sondern vor allem von Kindesbeinen an lernen und üben."
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