Ein Rückblick auf den Eröffnungstag

Während an den Messeständen noch bis Mitternacht gewerkelt und geräumt wird, wurde im Congress Center des Messegeländes die Frankfurter Buchmesse in einer Feierstunde offiziell eröffnet und stand mit dem Rights Directors Meeting bereits ein fachlicher Höhepunkt auf dem Programm.

19.10.2005 Pressemeldung Frankfurter Buchmesse

Feierliche Eröffnung mit koreanischem Premier

Für Juergen Boos war es zweifelsohne ein besonderes Erlebnis zum ersten Mal Staatsgäste, Aussteller und Besucher der Buchmesse als Buchmesse-Direktor willkommen zu heißen. Für die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth war es bereits das 10. Mal, dass sie mit einem Grußwort die Tausende zur Buchmesse angereisten Gäste in der Mainmetropole begrüßte. Hessens Ministerpräsident Roland Koch betonte in seiner Rede nicht nur die Einzigartigkeit der Messe und ihre Bedeutung für Hessen als kulturelle Veranstaltung. Er begrüßte ausdrücklich die Entscheidung für eine Gastland-Präsentation Koreas, das in seiner Geschichte als geteiltes Land viele Erfahrungen mit Deutschland gemein habe.

Besonders freuten sich die Ausrichter über den hochrangigen Staatsbesuch aus Korea: Premierminister Hae Chan Lee war eigens aus Seoul angereist und rief in seiner Rede zum Überwinden der noch immer bestehenden kulturellen Wand zwischen Orient und Okzident auf. Als literarischer Vertreter des Gastlandes sprach der immer wieder für den Literaturnobelpreis gehandelte Lyriker Ko Un und nahm seine Zuhörer mit auf eine Reise über den Planeten Literatur.

Nach der Eröffnung im Congress Centrum ging es nahtlos weiter zum Forum, wo Kim Uchang, Direktor des koreanischen Organisationskomitees für den Gastlandauftritt die Präsentation eröffnete. Seinen Höhepunkt findet der Reigen der Eröffnungsfeierlichkeiten am Abend in der Alten Oper Frankfurt, bei der koreanischen Eröffnungsgala "Bankett für ein Buch" – Neuinszenierung einer höfischen Palastzeremonie.

Wirtschaft, Kultur und Politik sind die Säulen der Buchmesse

Bereits am Vormittag hatte Juergen Boos in der Eröffnungspressekonferenz sein Verständnis der Frankfurter Buchmesse mit ihren drei Säulen Wirtschaft, Kultur und Politik erläutert. Die Frankfurter Buchmesse werde sich in Zukunft deutlich politischer positionieren, weil die Messe weit mehr sei, als eine Ansammlung von Ständen an denen Geschäfte gemacht werden, so Boos.

Diese Betonung des kulturellen und politischen Engagements spiegelte sich auch im erweiterten Podium. Im gehörte erstmals neben dem Vorsteher des Börsenvereins Dieter Schormann auch der australische Verleger Andrew Wilkins an, der Schormanns Statement zum Status der deutschen Branche durch einen internationalen Überblick ergänzte. Außerdem sprach Johano Strasser, der Präsident des P.E.N.-Zentrums Deutschland. Strasser nutzte die Plattform der weltgrößten Buchmesse, um deutlich zu machen, dass die Freiheit des Wortes nach wie vor keine Selbstverständlichkeit sei und weltweit zahlreiche Autoren verfolgt und unterdrückt werden.

Rekordbeteiligung beim Rights Directors Meeting

Durchweg hochzufriedene Gesichter sah man nach dem 19. Rights Directors Meeting - sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Organisatoren: Mit rund 280 Agenten und Rechtemanagern aus 34 Ländern war das Seminar zu spanischsprachigen Buchmärkten so gut besucht wie niemals zuvor.

Besonders viel Lob für ihren informativen und ansprechenden Vortrag erhielt die ehemalige Frankfurt Fellow Beatriz Coll von RDC Agencia Literaria von den Teilnehmern. Sie hatte aus Agentensicht den Handel mit spanischen Welt- und Territorialrechten vorgestellt.

Teilnehmerin Kristin Brudevoll, Direktorin der Organisation Norwegian Literature Abroad, sah das Rights Directors Meeting als wertvolle Vorbereitung auf kommende Messebesuche in der spanischsprachigen Welt, wie z.B. die Buchmesse in Guadalajara Ende November. Die Vorträge und Unterlagen vermittelten Fakten, die hilfreich seien bei Autorengesprächen und der realistischen Einschätzung von Erfolgschancen bei weiteren Rechteverkäufen in der spanischsprachigen Welt.

Michael Lommel, Rights Manager in einem kleinen amerikanischen Verlag, lobte vor allem die Vielfalt der Perspektiven, die die sechs Sprecher boten und befand, dass sich allein für das Rights Directors Meeting und die hier vermittelte Informationsfülle der Weg nach Frankfurt gelohnt habe.

Auch das First Timer Seminar für erstmalige Buchmesse-Besucher war mit rund 250 Teilnehmern ausgesprochen gut besucht.

Ansprechpartner

Frankfurter Buchmesse
Reineckstr. 3
60313 Frankfurt am Main
Web: http://www.buchmesse.de

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