Flierl übergibt Denkzeichen für Rosa Luxemburg

Kultursenator Thomas Flierl hat heute das Denkzeichen für Rosa-Luxemburg auf dem gleichnamigen Platz in Berlin Mitte der Öffentlichkeit übergeben.

14.09.2006 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin (bis 11/06)

Die Initiative für ein solches Denkzeichen ging 1998 von einer parteiübergreifenden Bürgerinitiative aus, die noch im selben Jahr zu einem entsprechenden Beschluss der BVV Mitte führte. Das Projekt wurde Teil der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und PDS im Jahr 2002. Das Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur schrieb 2003 einen Kunstwettbewerb aus, an dem sich 26 Künstlerinnen und Künstler beteiligten. Eine Jury, der u.a. Frank Castorf, Dorothee Dubrau und Adrienne Goehler angehörten, empfahl schließlich im Januar 2005 unter Vorsitz von Prof. Dr. Hans-Ernst Mittig, die Arbeit von Prof. Hans Haacke umzusetzen.

Haacke nähert sich der Person Luxemburg vom Text her - literarisch. Sein Entwurf besteht aus insgesamt 60 Zitaten Rosa Luxemburgs, die verstreut in Gehwege und Fahrbahnen eingelegt sind. Die Schriftbalken bestehen aus Betonfertigteilen, in den Beton sind die Buchstaben aus Bronzeguss eingelegt.

Senator Thomas Flierl:
" Nach der Überwindung der Mauer - die Heiner Müller einmal "Stalins Denkmal für Rosa Luxemburg" nannte - sind wir aufgefordert, die Erinnerung an Rosa Luxemburg zu erneuern. Und dies soll eben hier passieren, denn die anderen Berliner Gedenkorte sind ausschließlich mit ihrer Verhaftung, Ermordung bzw. Beerdigung verbunden." "Die Zitate Rosa Luxemburgs fügen sich nicht zum geschlossenen Text. Der ideologische Streit um Rosa Luxemburg, den Sozialdemokraten, demokratische Sozialisten, orthodoxe Kommunisten, antiautoritäre 68er im Westen, DDR-Funktionäre wie DDR-Bürgerrechtler mit den jeweils passenden Zitaten führten, wird nicht entschieden und nicht fortgesetzt." "Die Boden-Installation soll den Platz nicht beherrschen wie ein Monument, sondern in ihn eingeschrieben werden, wie unterschwellige Barrieren. Erst beim Umhergehen wird man sie entdecken und sich dann vielleicht dazu verleiten lassen, die Gedanken Rosa Luxemburgs zu erwandern und über ihre Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit nachzudenken."


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