Gallwitz wird Gründungsdirektor des Arp Museums Bahnhof Rolandseck

Professor Dr. Klaus Gallwitz wird Gründungsdirektor des Arp Museums Bahnhof Rolandseck. Dies teilte der Vorstand der Stiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck heute bei einer Pressekonferenz in Mainz mit.

22.02.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

"Dass eine Persönlichkeit seines Formats und seines Renommees bereit ist, seine Kenntnisse und Erfahrungen in die anspruchsvolle Aufgabe in Remagen-Rolandseck einzubringen, ehrt das gesamte Projekt. In meinen Augen ist dies ein Glücksfall für das Museum", sagte Kultur-Staatssekretär Roland Härtel, der Vorsitzender der Stiftung ist.

Wie nur wenige andere verfüge der national wie international hoch angesehene Kunsthistoriker Gallwitz über einen Erfahrungsschatz, von dem das Arp Museum Bahnhof Rolandseck nur profitieren könne, sagte Härtel.

Der Vorstand habe sich mit Gallwitz auf eine zweijährige Zusammenarbeit verständigt, die am 1. April dieses Jahres beginne. Seine Aufgabe werde darin bestehen, die sofortige Verantwortung für den laufenden Kulturbetrieb im Bahnhof Rolandseck zu übernehmen, ein Ausstellungskonzept für die Werke der Sammlung zur Eröffnung des Museums vorzubereiten und umzusetzen und an der Auswahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers mitzuwirken.

"Ich bin mir mit meiner Vorstandskollegin Frau Maja Stadler-Euler und meinem Vorstandskollegen Herrn Dr. Hans Friderichs, denen ich bei dieser Gelegenheit für die hervorragend und vertrauensvolle Zusammenarbeit danken möchte, einig darüber, dass Herr Professor Gallwitz alle Voraussetzungen mitbringt, um die sicherlich nicht einfache Aufgabe der Gründung dieses Museums zu meistern. Er ist fachlich über jeden Zweifel erhaben, kennt die Szene in- und auswendig und verfügt über glänzende persönliche Kontakte", so der Staatssekretär.

Professor Gallwitz, Jahrgang 1930, ist promovierter Kunsthistoriker und lebt in Karlsruhe. Von 1959 bis 1966 leitete er den Badischen Kunstverein Karlsruhe und von 1967 bis 1974 die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden.

In Frankfurt am Main war er 20 Jahre lang Direktor des Städelmuseums – nämlich von 1974 bis 1994. Parallel dazu unterrichtete er als Dozent an der Städelschule in Frankfurt.

Für die Biennalen in Paris (1971), Venedig (1976 bis 1980), Sao Paulo (1989 und 1991) und Johannesburg (1995) verantwortete Professor Gallwitz die künstlerischen Beiträge der Bundesrepublik Deutschland. Seit 1984 ist Professor Gallwitz Sprecher der Beratergruppe für die Kunstausstellungen des Europarats. Von 1998 bis 2004 war er künstlerischer Leiter des Künstlerhauses Schloss Balmoral, dessen ehrenamtlicher künstlerischer Berater er seither ist.

Im Jahre 2004 wurde Professor Gallwitz dann Gründungsdirektor der Sammlung Frieder Burda in Baden-Baden. Er hat sich überdies durch zahllose Ausstellungen und Publikationen zur Gegenwartskunst und zur Kunstgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts national wie international großes Ansehen erworben.

Härtel wies darauf hin, dass das "Modell Gründungsdirektor" parallel zu einem Bewerbungsverfahren diskutiert worden sei, an dem Egon Zehnder International aus München mitgewirkt habe.

Auf die Stellenausschreibung einer Museumsdirektorin oder eines Museumsdirektors für das Arp Museum Bahnhof Rolandseck seien rund 60 Bewerbungen eingegangen. Auf dieser Grundlage seien Gespräche mit einigen qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern Gespräche geführt worden. Am Ende habe sich der Vorstand der Stiftung jedoch dafür entschieden, Gallwitz das Amt des Gründungsdirektors anzutragen.

Dies sei nicht als eine Absage an die besagten Bewerberinnen und Bewerber zu verstehen, sondern als Bekenntnis zu Gallwitz.

"Wir sind der Auffassung, dass sein großer Erfahrungsschatz für die Gründung unseres Museums von unschätzbarem Vorteil ist. Wir wollten es vermeiden, in einer Phase der Umbrüche eine weniger routinierte Bewerberin oder Bewerber ins kalte Wasser zu werfen", erklärte Härtel.

Gallwitz kenne das Geschäft besser als die meisten anderen und wisse mit Aufregungen umzugehen, die meist nicht mehr seien als der berühmte Sturm im Wasserglas.

Hinzu komme, dass Gallwitz als Gründungsdirektor der Sammlung Frieder Burda Erfahrungen mit der Bespielung eines Neubaus von Richard Meier gemacht habe. Wer die Arbeiten des amerikanischen Architekten kenne, wisse, dass dies eine Herausforderung sei, "der nun wahrlich nicht jeder gewachsen ist."


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