Himmelsscheibe auf Reisen

Die überaus erfolgreiche Ausstellung "Der geschmiedete Himmel. Die Himmelsscheibe von Nebra", die im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle mehr als 250.000 Besucher hatte, ist weiter unterwegs. Nach der gefeierten Exposition im Dänischen Nationalmuseum in Kopenhagen ist die nächste Station das Naturhistorische Museum der Stadt Wien. Dort ist die Ausstellung vom 9. November 2005 bis zum 5. Februar 2006 zu sehen.

08.11.2005 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Die Schau wurde am 8. November gemeinsam von Sachsen-Anhalts Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz und der Österreichischen Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Elisabeth Gehrer, eröffnet. Zugegen waren auch der Generaldirektor des Naturhistorischen Museums, Prof. Dr. Bernd Lötsch und der sachsen-anhaltische Landesarchäologe und Direktor des Landesmuseums für Vorschichte in Halle, Dr. Harald Meller. Mit einer Aufsehen erregenden Eskorte durch Wien hatten Olbertz und Meller die Himmelscheibe am Dienstagmorgen symbolisch zum Naturhistorischen Museum gebracht.

Die 3600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra ist die weltweit älteste Darstellung des Kosmos. Das für ihre Herstellung verwendete Kupfer stammt aus dem Salzburger Land oder aus Tirol, und das eingearbeitete Gold wurde seinerzeit wahrscheinlich über die Donau durch Österreich und dann weiter nach Mitteldeutschland transportiert. "Insofern ist die Scheibe heute zum zweiten Mal in Österreich", sagte Olbertz. Ausgegraben wurde der Schlüsselfund der frühen europäischen Kulturgeschichte im Sommer 1999 von Raubgräbern auf dem Mittelberg nahe der heutigen Stadt Nebra. Dauerhafter Ausstellungsort der Himmelsscheibe ist das Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte in Halle, das derzeit – eigens für den berühmten Fund – u.a. mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ausgebaut wird.

Bis zum Jahr 2006 wird am Fundort auf dem Mittelberg ein archäologisches Erlebniszentrum mit Ausstellungsräumen, einem Observatorium und einem 36 Meter hohen Aussichtsturm entstehen. Es ist Teil der touristischen Route "Himmelswege" im Süden Sachsen-Anhalts, die sich derzeit im Bau befindet. Die Route verbindet vier archäologisch bedeutsame Orte. Sie führt vom Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zum Fundort der Himmelsscheibe in Nebra. Weitere Stationen sind das 5000 Jahre alte Steinkammergrab der Dolmengöttin bei Langeneichstädt und das 7000 Jahre alte Sonnenobservatorium von Goseck.

Informationen zum Naturhistorischen Museum Wien:

Das Naturhistorischen Museum Wien wurde 1872 von Gottfried Semper und Karl von Hasenauer für die kaiserlichen Sammlungen entworfen und bis 1881 fertig gestellt. Es liegt als Zwillingsbau dem Kunsthistorischen Museum unmittelbar gegenüber. Die in 39 Schausälen und einer Kuppelhalle untergebrachten Bestände, die heute zu den bedeutendsten naturwissenschaftlichen Sammlungen Europas zählen, wurden von Kaiser Franz I. als Naturalienkabinett gegründet und von seiner Gemahlin Maria Theresia 1765 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das seit 1889 im jetzigen Gebäude befindliche Museum wird ständig erweitert und modernisiert.


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