Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt feiert 10-jähriges Bestehen
Mit einer Fachtagung im Händel-Haus Halle feiert das Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt (IDK) am 19. September 2006 sein 10-jähriges Bestehen. Kulturstaatssekretär Dr. Valentin Gramlich wird aus diesem Anlass um 9.30. Uhr ein Grußwort sprechen. Die Tagung ist mit dem Motto überschrieben: "Praxisorientierte Forschung in der Denkmalpflege".
18.09.2006 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-AnhaltGramlich lobte im Vorfeld die Arbeit des IDK und den besonderen Nutzen, den die Länder Sachsen-Anhalt und Sachsen aus dieser Zusammenarbeit ziehen. "Das IDK ist für das Land Sachsen-Anhalt zu einem wichtigen Partner in der praktischen Denkmalpflege geworden. Es wirkt unterstützend bei der Einwerbung von Fördermitteln insbesondere durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und durch Beratung und Beteiligung an der Vorbereitung von Förderanträgen mit. Die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Sachsen zählen daher zu den von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt am stärksten geförderten Bundesländer", so der Staatssekretär. Insgesamt könne festgestellt werden, dass das IDK weitaus mehr geldwerte Leistungen erbracht habe als die dafür eingesetzten Fördermittel beider Länder. Das Land Sachsen-Anhalt werde sich auch weiter bemühen, das IDK auch in den kommenden Jahren zu unterstützen.
Zum Hintergrund:
Das IDK wurde seit 1991 als ein Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung allein gefördert. Bereits in dieser Zeit wurde deutlich, dass die Landesdenkmalämter sehr von dieser Arbeit profitierten. Der Bund war daher bereit, die begonnene Projektarbeit von 1996 – 1998 als Anschubfinanzierung weiter zu fördern, wenn die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt die anteilige Restfinanzierung übernehmen und das in der Bundesrepublik Deutschland einmalige Projekt gemeinsam unterstützen. Um dieses Länderprojekt fortsetzen zu können, wurde das IDK im Februar 1996 durch eine Verwaltungsvereinbarung des Freistaates Sachsen und des Landes Sachsen-Anhalt gegründet. Es wurde ein Trägerverein geschaffen, den die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt zunächst für die Jahre 1996 bis 2000 mit Landesmitteln unterstützten. Seit 1996 wird das IDK gemäß eines Zuwendungsvertrages anteilig vom Land Sachsen-Anhalt und vom Freistaat Sachsen gefördert. Seit 2005 fördern die beiden Bundesländer das IDK im Wege der Projektförderung.
Seit seiner Gründung ist das IDK maßgeblich an der Sanierung und Konservierung von Denkmalobjekten im Land Sachsen-Anhalt beteiligt. Das in Dresden ansässige Institut wirkte vor allem bei der Vorbereitung und wissenschaftlichen Begleitung von wesentlichen Erhaltungsmaßnahmen am Dom zu Halberstadt und dessen Domschatz mit, am Magdeburger Dom, am Naumburger Dom sowie im Schloss und Dom zu Merseburg.
Grußwort zum 10-jährigen Bestehen des Institutes für Diagnostik und Konservierung im Freistaat Sachsen und in Sachsen-Anhalt e.V.
Sehr geehrter Herr Prof. Pfefferkorn
sehr geehrte Frau Dr. Pohlack
sehr geehrte Frau Dr. Wendland
sehr geehrte Herr Töpfer
meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich begrüße Sie sehr herzlich zum 10-jährigen Jubiläum des Institutes für Diagnostik und Konservierung im Freistaat Sachsen und in Sachsen-Anhalt e.V., kurz IDK genannt. Es ist mir eine Freude, Ihnen die Glückwünsche und Grüße des Kultusministers Prof. Olbertz, der heute in Brüssel weilt, zu überbringen.
Der heutige Tag ist ein willkommener Anlass, zurück zu schauen.
Es war die zum Teil heute nicht mehr vorstellbare Umweltverschmutzung der siebziger Jahre in beiden Teilen Deutschlands, die neben den gesundheitsschädigenden Auswirkungen auf den Menschen, auch eine Bedrohung für das gebaute Erbe darstellte. Der "Steinzerfall" oder der "Steinfraß", wie es unter anderem damals hieß, war dabei nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisberges.
In den alten und neuen Bundesländern gab es nicht wenige Initiativen engagierte Denkmalschützer, die sich um verstärkte Aufmerksamkeit für die Belange der Denkmalpflege bemühten.
Mitte der Achtziger Jahre und unmittelbar mit der politischen Wende gingen schließlich mit dem langjährigen Projekt "Forschung für den Denkmalschutz" des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT, später BMBF) wesentliche Impulse zu Problemen der Steinkonservierung aus.
Im Jahre 1991 wurde das IDK als ein Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gegründet und vom BMBF gefördert. Bereits damals war klar, dass vor allem die Landesdenkmalämter der Länder sehr von der Arbeit des IDK profitierten. Deshalb war der Bund – dem an dieser Stelle dafür sehr zu danken ist - bereit, die begonnene Projektarbeit von 1996 bis 1998 als Anschubfinanzierung weiter zu fördern. Allerdings sagte der Bund diese Unterstützung nicht voraussetzungslos zu: Die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt mussten sich bereit erklären, die anteilige Restfinanzierung zu übernehmen und somit deutlich ihr Engagement für das in der Bundesrepublik Deutschland einmalige Projekt zu signalisieren.
Um es kurz zu machen: Im Februar 1996 wurde das IDK durch eine Verwaltungsvereinbarung des Freistaates Sachsen und des Landes Sachsen-Anhalt gegründet. Die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt waren bereit, das IDK zunächst für die Jahre 1996 bis 2000 mit Landesmitteln unterstützten. 2001 trat dann die neue Verwaltungsvereinbarung über die Gründung des Institutes für Diagnostik und Konservierung e. V. in Kraft. Die Förderung des IDK erfolgt nunmehr anteilig vom Land Sachsen-Anhalt und vom Freistaat Sachsen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
lassen Sie mich etwas dazu sagen, weshalb das IDK aus der Denkmalpflege schlicht nicht mehr wegzudenken ist. Das IDK berät nunmehr seit einem Jahrzehnt das Landesamt für Denkmalpflege in Sachsen und das Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege in Sachsen-Anhalt zu naturwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Fragestellungen der Denkmalpflegepraxis. Ein besonderer Ansatz ist dabei der denkmalgerechte Einsatz berührungsloser, zerstörungsfreier und zerstörungsarmer Untersuchungsmethoden. Die fachgerechte Sanierung der Dome in Magdeburg, Halberstadt, Naumburg sind im Grunde die ersten herausragenden Objekte einer inter- und transdisziplinären Untersuchung und konservatorischen Bearbeitung. So ist es der filigranen Arbeit von Fachleuten zu verdanken, dass die weltberühmte Paradiesvorhalle im Magdeburger Dom mit den klugen und törichten Jungfrauen, die bald achthundertjährigen Putzritzungen im Domkreuzgang mit den Darstellungen Magdeburger Bischöfe sowie Kaiser Ottos des Großen und seiner beiden Frauen erfolgreich "diagnostiziert und konserviert" wurden und werden. Ein nicht weniger wichtiges "Nebenprodukt" dieser Bemühungen ist das Erschließen von Informationen zur bewegten Bau- und Restaurierungsgeschichte.
Doch nicht nur diese Leistungen sind zu beachten. Das IDK ist für das Land Sachsen-Anhalt auch zu einem wichtigen Partner in der praktischen (?) Denkmalpflege geworden. Es wirkt unterstützend bei der Einwerbung von Fördermitteln insbesondere bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und durch Beratung bzw. Beteiligung an der Vorbereitung von Förderanträgen mit. Die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Sachsen zählen – und das sage ich nicht ohne Selbstbewusstsein - zu den von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt am stärksten geförderten Bundesländer.
Das IDK, meine Damen und Herren, hat weitaus mehr geldwerte Leistungen erbracht hat als die dafür eingesetzten Fördermittel der beiden Länder.
Daher kann man mit Fug und Recht davon sprechen, dass das IDK auch zu einer wirtschaftlichen Einrichtung geworden ist. Nebenbei: Die fachlichen Leistungen des IDK werden natürlich auch weiterhin Ausschlag gebend sein, wenn es darum geht, das IDK zu fördern.
Lassen Sie mich abschließend noch etwas zur Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern – und nicht nur zwischen diesen - sagen. Wir alle erinnern uns an die Jahrhundertflut im August 2002. UNESCO- Weltkulturerbestätten in beiden Länden waren betroffen: die Kulturstadt Dresden ebenso wie das Dessau Wörlitzer–Gartenreich. Die verheerenden Schäden erforderten faktisch ein gemeinsames Engagement zur Beseitigung der Flutschäden. Die damals erforderliche Zusammenarbeit kann bei aller Bescheidenheit durchaus als vorbildlich bezeichnet werden.
Projektpartnerschaften u.a. mit Bayern und Brandenburg, aber auch Beratungstätigkeiten im europäischen Ausland ergänzen die von Sachsen und Sachsen-Anhalt getragene Arbeit des IDK.
Das langjährige finanzielle Engagement der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, aber auch die Zuwendungen der Bundesländer– und hier sollte weder das Land Sachsen noch das Land Sachsen-Anhalt sein Licht unter den Scheffel stellen – sorgten und sorgen für eine Kontinuität der Arbeit.
Ich wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des IDK weiterhin ein erfolgreiches Wirken und dieser Festveranstaltung ein interessiertes Publikum.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. viel Freude und neue Erkenntnisse.
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