Intensivierung der kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Kontakte zwischen Hessen und Korea
Das südhessische Kloster Lorsch und das koreanische Kloster Haein-sa, beide als Unesco-Stätten Bestandteil des Weltkulturerbes der Menschheit, sind in der vergangenen Woche eine Partnerschaft eingegangen.
13.09.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und KunstAus diesem Anlass war der Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard nach Seoul gereist und hatte dort mit Politikern, Kirchen- und Kulturvertretern die Vereinbarung unterzeichnet. Es ist die zweite Partnerschaft, die Lorsch nach dem Abkommen mit dem Unesco Welterbestätte Kloster Geghard in Armenien mit einer anderen Weltkulturerbestätte eingegangen ist.
Lorsch und Haein-sa verbinden einige auffallende Parallelen: Beide Klöster sind ungefähr gleich alt, beide hatten oder haben einen ganz bedeutenden Einfluss auf ihr kulturelles Umfeld. Was in die Lorsch die Bibliothek bedeutete, ist in Haein-sa die einzigartige Sammlung von über 80.000 hölzernen Druckstöcken (Tripitaka), mit deren Hilfe nach den Mongoleneinfällen des frühen 13. Jahrhunderts die wichtigsten zen-buddhistischen Texte für die Nachwelt erhalten werden sollten. Während Lorsch seit der Reformation kein aktives Kloster mehr ist, hat sich in Haein-sa monastisches Leben bis heute gehalten. Rund 250 Mönche leben dort.
Die Idee, Klöster, die auf der Welterbeliste stehen, zu einem Netzwerk zu verbinden, entspricht dem Anliegen eines weltweiten interreligiösen und interkulturellen Dialogs. Die Unterzeichnung des Abkommens zu freundschaftlicher Zusammenarbeit stieß in Korea vor allem in buddhistischen Kreisen auf lebhaftes Interesse. Das Kloster Haein-sa wurde beim Festakt in Seoul durch dessen Abt Kyong-youl Park in Anwesenheit des früheren Premierministers Cee vertreten. Von deutscher Seite waren neben Leonhard der in Lorsch zuständige Sachwalter der hessischen Schlösserverwaltung, Dr. Hermann Schefers, ein Vertreter der deutschen Botschaft und der Leiter des Goethe-Instituts in Seoul, Dr. Uwe Schmelter, anwesend. Bei den Gesprächen zwischen Lorsch und Haein-sa wurden die nächsten Schritte besprochen: Im nächsten Jahr wird eine Abordnung der Mönchsgemeinschaft von Haein-sa in Lorsch erwartet, es wird ein Austauschprogramm für Studierende geben und auch von einem gemeinsamen Ausstellungsprojekt war bereits die Rede.
Staatssekretär Leonhard besuchte in Korea außerdem die Kyungpook-Universität von Daegu, die zweitgrößte Hochschule des Landes, mit der die Philipps-Universität Marburg einen akademischen Austausch pflegt. In Daegu studieren derzeit rund 130 angehende Germanisten, für die sich die Hochschule dringend mehr Praktikums- und Austauschplätze in Hessen wünscht; grundsätzlich besteht dieser Bedarf auch für Studierende anderer Fachrichtungen. Staatssekretär Leonhard versprach, sich für eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Daegu und Marburg einzusetzen; er kündigte an, sich für die Einrichtung eines Lehrstuhls für Koreanistik in Hessen engagieren zu wollen.
Ferner hat Staatssekretär Leonhard in Seoul mit dem koreanischen Organisationskomitee über die Buchmesse Frankfurt gesprochen, die im Jahr 2005 das Schwerpunktthema "Korea" haben wird. "Wir sollten die Verbindungen Hessens zu Korea auf wissenschaftlichem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet stärken, zumal in Rhein-Main mit 7000 Koreanern die größte koreanische Gemeinde in Europa ansässig ist", resümierte der Staatssekretär seine Gespräche in Fernost.
Als Ansprechpartner steht Ihnen Herr Dr. Hermann Schefers zur Verfügung
Tel: 06251 / 51 44 6
Fax: 06251 / 58 71 40
E-Mail: info@kloster-lorsch.de
Keine Kommentare vorhanden