Jacobi: "Anschlussfähigkeit bleibt im verkürzten gymnasialen Bildungsgang gewährleistet"

"Hessen hat den Weg zum Abitur nach 12 Jahren sorgfältig vorbereitet. Der verkürzte gymnasiale Bildungsgang wird ohne Qualitätsverlust umgesetzt.", sagte Joachim Jacobi, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium, heute auf der öffentlichen Sitzung des Kulturpolitischen Ausschusses und wies damit die Einwände der Opposition gegen die Schulzeitverkürzung im gymnasialen Bildungsgang zurück.

14.04.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Die Anschlussfähigkeit der Bildungsgänge bleibe gewährleistet. "Der Weg zum Abitur nach neun Jahren steht weiterhin offen. Wer mit guten Leistungen von der Realschule oder der integrierten Gesamtschule abgeht, kann auch in Zukunft in die dreijährige gymnasiale Oberstufe wechseln", erklärte Jacobi. "Es gibt im hessischen Schulsystem keine Sackgassen."

In Hessen beginnt die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit auf zwölf Jahre mit der fünften Klasse ab dem Schuljahr 2005/06. Die Mittelstufe endet dann nicht mehr nach der zehnten, sondern bereits nach der neunten Klasse. Die Wochenstunden des wegfallenden Jahres werden auf die Schuljahre 5 bis 9 umverteilt. Die Oberstufe umfasst nach wie vor drei Jahre.

"Die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit soll auch denjenigen Schülerinnen und Schülern eine bessere berufliche und persönliche Perspektive geben, die sich entscheiden, die Schule nach der Mittelstufe zu verlassen", erklärte Jacobi weiter. Aus diesem Grund möchte Hessen den Schülerinnen und Schülern der hessischen Gymnasien und Gymnasialzweige den Abschluss mit der Mittleren Reife bereits nach neun Jahren ermöglichen. "Es besteht keinerlei Notwendigkeit, Schülerinnen und Schüler, die die Mittlere Reife machen möchten, in eine zehnte Oberstufenklasse zu zwingen, damit sie einen qualifizierten Abschluss erhalten", sagte Jacobi. Damit sei auch sichergestellt, dass keiner die Schule nach der neunten Klasse ohne Abschluss verlasse. Voraussetzung sei allerdings der Erwerb eines an geltenden Standards orientierten Zertifikats. "Niemandem wird der Abschluss geschenkt werden", betonte der Staatssekretär.

Derzeit beschäftigt sich der zuständige Schulausschuss der Kultusministerkonferenz (KMK) mit Hessens Vorschlag. Relevant wird die Fragestellung in Hessen erst, wenn die Schülerinnen und Schüler, die derzeit die fünfte gymnasiale Klassenstufe besuchen, in die neunte Klasse kommen.


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