Jürgen Schreier: Kultusministerkonferenz soll ihren Beschluß zur Rechtschreibung revidieren

Der saarländische Kultusminister Jürgen Schreier strebt eine Revision des Rechtschreibbeschlusses der Kultusministerkonferenz (KMK) an. Die Kultusminister hatten bei ihrer letzten Sitzung in Mainz beschlossen, die neue Rechtschreibung zum 1.8.2005 für die Schulen verbindlich zu machen.

28.07.2004 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

"Wenn so viele Ministerpräsidenten sowie die Kulturstaatsministerin sich gegen die Umsetzung der neuen Rechtschreibung in der beschlossenen Form wenden und auch Stimmen aus anderen deutschsprachigen Ländern dagegen laut werden, können sich die Kultusminister nicht einfach taub stellen", so der saarländische Kultusminister Jürgen Schreier.

Schreier hat in einem Schreiben an die amtierende KMK-Präsidenten Doris Ahnen darum gebeten, das Thema Rechtschreibreform wieder auf die nächste Tagesordnung der KMK zu setzen. Sie findet Mitte Oktober im Saarland statt.

Schreier plädiert dafür, den verbleibenden Zeitraum bis August 2005 nicht nutzlos verstreichen zu lassen. Die Erstfassung der neuen Rechtschreibregelung von 1996 sei durch den Beschluß der KMK im Juni schon stark verändert und im Auftrag der Kultusminister von zahlreichen Ungereimtheiten befreit worden. "Warum sollten die Regeln nicht durch einen weiten Kraftakt so verändert werden können, daß sich einem bei den neuen Schreibweisen die Feder nicht mehr sträubt?", so der saarländische Kultusminister.

Nach Auffassung Schreiers sollte die KMK beschließen, den "Rat für Rechtschreibung" unverzüglich einzusetzen. Er sollte von den Ministerpräsidenten und der KMK den Auftrag erhalten, die neuen Rechtschreibregeln mit offenem Ausgang auf Herz und Nieren zu prüfen. Bis dahin sollte die Übergangsregelung gelten und sowohl die alte wie auch die neue Rechtschreibung weiterhin Gültigkeit haben.

Die Umsetzung sollte - so Schreier - nicht zum geplanten Termin 1.8.05 verbindlich werden. Die KMK hatte 1984 beschlossen, eine Reform der deutschen Rechtschreibung mit dem Ziel anzugehen, die Regeln logischer und nachvollziehbarer zu machen. Jürgen Schreier: "Was seit 20 Jahren diskutiert wird, muß jetzt wirklich nicht mit der Brechstange durchgesetzt werden."


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