Jugend forscht – mit Monopoly und Milchstraße zum Erfolg
Für den 44. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich 15 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Niedersachsen qualifiziert. Die Landessieger 2009 wurden heute in einer Feierstunde in Clausthal-Zellerfeld ausgezeichnet. Beim Landeswettbewerb, der gemeinsam von der TU Clausthal und der E.ON Kernkraft GmbH ausgerichtet wurde, waren 68 Schülerinnen und Schüler mit 41 Forschungsarbeiten angetreten.
25.03.2009 Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.Die Justierung eines Schraubstocks an einer Säulenbohrmaschine ist aufwendig und zeitraubend. Ralf Wilken (17), Nico Ochs (19) und André Wünschmann (16) von den Berufsbildenden Schulen II Emden konnten diesen Vorgang deutlich vereinfachen, indem sie für die präzise Ausrichtung einen Elektromagneten nutzten. Die Schüler siegten im Fachgebiet Arbeitswelt. Justin Müller vom Gymnasium Westerstede errang den ersten Preis in Biologie. Der 16-Jährige beschäftigte sich mit dem Nährstoffhaushalt des Hollweger Moors. In seiner Arbeit untersuchte er, ob es aus Gründen des Klimaschutzes sinnvoll ist, Moore zu renaturieren, da diese CO2 aufnehmen.
Das Zentrum der Milchstraße wird von einem Ring aus sogenannter kalter Dunkler Materie umschlossen. Raphael Errani (19) vom Gymnasium Athenaeum in Stade simulierte mithilfe eines Modells die Entstehung dieses Rings und lieferte überzeugende Erklärungen für das Phänomen. Er war in Geo- und Raumwissenschaften erfolgreich. In Chemie überzeugten Stefan Mühlbauer (16) und Ben Heuer (15) vom Gymnasium Carolinum in Osnabrück die Jury. Ihre selbstprogrammierte Software ermöglicht eine flexible 3-D-Darstellung chemischer Moleküle. Allein die Eingabe des Namens reicht dabei aus, um die Molekülstruktur zu ermitteln.
Wie kann man seine Gewinnchancen beim Monopoly erhöhen, fragten sich Ellen Carmesin (17) und Malin Lachmann (17) vom Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade. In ihrem prämierten Projekt im Fach Mathematik/Informatik untersuchten sie anhand einer Computersimulation, unter welchen Umständen der Tausch von Straßen sinnvoll ist. Ein Projekt zu den Strömungsbedingungen an Tragflächen sicherte Sven Krummen (17) und Christian Wassermann (18) den Landessieg im Fach Physik. Die Schüler vom Franziskusgymnasium Lingen analysierten in einem selbstgebauten Wasserkanal verschiedene Flügelprofile, die sie den Brustflossen von Buckelwalen nachempfanden. Ihre Ergebnisse könnten zu Verbesserungen in der Luftfahrt führen.
Den ersten Preis im Fachgebiet Technik errang Florian Schilling (22) vom Bundestechnologiezentrum Oldenburg. Der Nachwuchswissenschaftler rüstete einen Dieselmotor so um, dass er für einen kombinierten Diesel-Gas-Betrieb nutzbar ist. Auf diese Weise konnte er unter anderem den Rußausstoß verringern, ohne dass sich dabei die Motorleistung verschlechterte. Das Arbeitswelt-Projekt von Henning Hart-mann (19), Anna-Lena Kruse (15) und Wiebke Später (15) vom Gymnasium Adolfinum in Bückeburg wurde mit dem Preis für die beste interdisziplinäre Arbeit ausgezeichnet. Die drei entwickelten ein computergestütztes System, das vor allem jüngere Schüler bei Fragen rund um den schulischen Vertretungsplan unterstützen soll.
Nach den Landeswettbewerben im März und April findet der 44. Bundeswettbewerb vom 21. bis 24. Mai 2009 in Osnabrück statt. Er wird gemeinsam ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
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