Kultursenat setzt sich für Verbleib der Kulturstiftung in Halle ein
Der Kultursenat des Landes Sachsen-Anhalt spricht sich für Halle als Sitz der Kulturstiftung aus, die durch die Zusammenlegung von der Kulturstiftung der Länder und der Bundeskulturstiftung gebildet werden soll.
17.03.2006 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-AnhaltHalle hat bereits im Wettbewerb um die EU-Kulturhauptstadt 2010 sein beachtenswertes kulturelles Potenzial zur Geltung bringen können und bei der Jury eine sehr gute Wertung erzielt.
Die 1200 Jahre alte Stadt, die gerade ihr Jubiläum begeht, gehört zu den bedeutendsten kulturellen Orten Deutschlands. Die hiesigen kulturhistorischen Schätze wurden nicht nur von Günter Grass, sondern u. a. auch von dem vorhergehenden berühmten deutschen Literaturnobelpreisträger, nämlich von Thomas Mann, ausdrücklich gewürdigt. Zur Veranschaulichung der deutschen Kultur- und Geistesgeschichte wurde von letzterem im "Doktor Faustus" mit Bedacht die Stadt Halle ausgewählt. Halle ist als eine kulturell tief verwurzelte Stadt gekennzeichnet, die "trotz allen neuzeitlichen Massenbetriebes ... den Stempel hoher Alterswürde." bewahren konnte. Hier werden die mannigfaltigen Früchte des Föderalismus sichtbar. Halle steht für die philosophischen, theologischen und künstlerischen Quellen des Humanismus. Die Namen, Lebensdaten und Werke von zahlreichen bedeutenden Künstlern, Musikern und Gelehrten sind mit Halle verbunden. Neben dem berühmten Georg Friedrich Händel sei hier nur Lyonel Feininger genannt, der mit seinen eindrucksvollen Bildern der Stadt eine Reverenz erwies.
In Halle finden sich signifikante kulturelle Kontraste. Gegensatzpaare wie Tradition und Moderne, populäre Kultur und feinsinnige Kunst, sinnliche Opulenz und sinnstiftende Kreativität sind hier keine unversöhnlichen Antinomien, sondern stehen in spannungsreicher Wechselwirkung.
Vieles spricht dafür, dass Halle ein symbolträchtiger und geeigneter Sitzort für die Kulturstiftung ist. Selbstverständlich findet man in Halle sehenswerte Museen wie das Landesmuseum für Vorgeschichte, ein renommiertes Opernhaus, das "neue theater", das philharmonische Staatsorchester, die Stiftung Moritzburg als Landeskunstmuseum, das Händelhaus und viele weitere Kultureinrichtungen. Die traditionsreichen Franckeschen Stiftungen sind heute eine bedeutende kulturelle, wissenschaftliche, pädagogische und soziale Institution von europäischem Rang und haben sich zugleich als repräsentativer Sitz der Bundeskulturstiftung bewährt. Die mitteldeutsche Stadt Halle hat die Chance verdient, über den Sitz der Kulturstiftung verstärkte Aufmerksamkeit zu gewinnen. Von hieraus sollte das gesamte deutschlandweite Netzwerk der kulturellen Orte auch künftig wirksame Förderimpulse empfangen.
Keine Kommentare vorhanden