Kultusminister besucht Baustelle in der Gedenkstätte Bergen-Belsen

"Die Neugestaltung hier in der Gedenkstätte Bergen-Belsen ist zurzeit eines der wichtigsten Bauprojekte im Land Niedersachsen. Das sollte aber weniger am Finanzvolumen als an der historischen, politischen und moralischen Bedeutung die-ses Baus festgemacht werden. Weltweit beobachten Überle-bende und deren Angehörige mit großer Anteilnahme, was wir hier tun", hob der Niedersächsische Kultusminister und Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung niedersächsische Ge-denkstätten Bernd Busemann heute bei einer Baustellenbegehung in Bergen-Belsen hervor. Auf Kosten von insgesamt 12,5 Millionen Euro ist dort der Neubau des Ausstellungs- und Archivbereichs sowie die Neugestaltung der Außenanlagen veranschlagt. Je zur Hälfte werden die Kosten von Land und Bund getragen. Busemann informierte sich als Bauherr vor Ort über den Stand der Bauarbeiten.

14.12.2005 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium

Fertig gestellt wird das neue Gebäude 195 m lang, 18 m breit und bis zu 12 m hoch sein. Dem nach einem internationalen Wettbewerb preisgekrönten Entwurf des Braunschweiger Architekturbüros KSP Engel und Zimmermann folgend, entsteht ein zweigeschossiger Sichtbetonbau; der an der alten Lagergrenze gut 8 m weit in das Gelände hineinragt und von einer Sichtkanzel aus Glas einen Überblick über das Gelände bietet. Gemäß den drei Phasen der Lagergeschichte sollen die künftig gut 1.500 m2 Ausstellungsfläche drei Abteilungen aufnehmen: die Zeit des Kriegsgefangenenlagers, die Zeit des Konzentrationslagers sowie die Zeit des Displaced Persons Camps nach der Befreiung durch britische Soldaten. Außer-dem wird das Gebäude eine Cafeteria enthalten, die es bisher nicht in der Gedenkstätte gab. Vorgesehen sind auch ein Buchladen, Archiv- und Sammlungsräume sowie eine Bibliothek und Arbeitsräume für Recherchen. "Die bisherigen Gebäudeteile der Gedenkstätte werden", so Busemann, "als pädagogisches Zentrum und als Halle für Sonderausstellungen genutzt".

Derzeit werden die Gründungsarbeiten in gesamter Gebäudelänge durchgeführt. Mit zwei Baukränen sorgt die Arbeitsgemeinschaft Wallbrecht und Heinken dafür, dass die Arbeiten zügig vorangehen. Da es sich innen wie außen um ein Sichtbetonbauwerk handelt, ist die gesamte technische Gebäudeausstattung bereits in den Rohbau zu integrieren. Daher sind bereits jetzt ca.75% des Bauvolumens ausgeschrieben und auch beauftragt. "Ich bin froh darüber, dass trotz der europaweiten Ausschreibung heimische Unternehmen den Zuschlag erhalten haben", betonte Busemann. Der Kostenrahmen werde bisher eingehalten. "Wenn die Decke des Fußbodens liegt, kann auch ein Schneewinter den Baufortschritt nicht mehr ernsthaft gefährden", versicherten die anwesenden Bauleiter dem Minister. "Bis Ende 2006 sollen das Bauwerk und die Einbauten für die neue Dauerausstellung fertig gestellt sein, damit die Eröffnung im April 2007 zum Jahrestag der Befreiung erfolgen kann", erklärte Busemann.


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