Kultusminister eröffnet Mechthild-Ausstellung
Am 20. April um 15 Uhr eröffnet Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz im Kulturhistorischen Museum Magdeburg die Ausstellung "Mut-Minne-Mystik. 800 Jahre Mechthild von Magdeburg".
18.04.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-AnhaltDie 800. Wiederkehr des Geburtsjahres der bedeutende Mystikerin ist dem Bistum Magdeburg Anlass für ein Festjahr, für das Landtagspräsident Dieter Steinecke die Schirmherrschaft übernommen hat. Das Mechthild-Jubiläum begann im September 2007 mit einer Tagung zur deutschen Mystik im Kloster Helfta und endet mit dieser Ausstellung im Kulturhistorischen Museum.
In seinem Grußwort wird der Minister auf die Bedeutung der Auseinandersetzung mit der Mystik bis in die Gegenwart aufmerksam machen. Keineswegs sei unser Herangehen an die Welt heute so positivistisch und rational verfasst, wie gelegentlich behauptet werde. "Auch die Sehnsucht vieler junger Leute nach Spiritualität und ihr Interesse am Unbegreiflichen zeigt, mit welchen Grenzen rein rationale Erklärungsansätze zu unserem Sein und zur Suche nach dem Sinn des Lebens konfrontiert sind". Die Resonanz der aktuellen Broschüre zum Spirituellen Tourismus spräche Bände davon. "Dies ist auch Ausdruck der Entfremdung, die mit der fortschreitenden Erklärung jedes Rätsels und der Entzauberung der Welt von heute einhergeht." Deshalb seien historisches Wissen und geistesgeschichtliche Auseinandersetzung auch gute Vorkehrungen gegen diverse Formen einer flachen Esoterik oder gar okkulten Praktiken unter Jugendlichen.
Um die Mystikerin Mechthild zu verstehen, müsse man an eine andere Bedeutung des Geheimnisvollen denken, so Minister Olbertz. "Es geht dabei um das Unerklärliche, das Begegnungen und Erfahrungen jenseits von Rationalität und Logik ermöglicht, ohne sie außer Kraft zu setzen." Mystik im theologischen Sinne ziele nicht auf esoterische Lehren ab, sondern auf Unmittelbarkeit.
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