Kultusminister Goebel beim Pfarrer-Lehrer-Tag
Am morgigen Mittwoch wird Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU) beim traditionellen Pfarrer-Lehrer-Tag des Kirchenkreises Schmalkalden zum Thema "Der Religionsunterricht in Thüringen – Grundlagen, Situation, Zukunftsperspektiven" sprechen. Dieser Religionspädagogische Studientag wendet sich an Pfarrerinnen und Pfarrer, kirchliche Gemeindepädagoginnen und Lehrkräfte.
05.09.2006 Thüringen Pressemeldung Thüringer KultusministeriumZeit: Mittwoch, 6. September 2006, 13 Uhr
Ort: Steinbach-Hallenberg, Evangelisches Altenhilfezentrum
Minister Goebel sagte im Vorfeld: "Religion gehört zu unserer kulturellen Tradition. Unsere europäische Zivilisation lässt sich nicht verstehen ohne eine Kenntnis der biblischen Tradition, die sie so nachhaltig prägte. Weil unser Gemeinwesen seine geistigen und kulturellen Wurzeln pflegen muss, ist es in seinem – und nicht nur im kirchlichen – Interesse, dass Schülerinnen und Schüler diese biblische Tradition in einem guten Religionsunterricht kennen lernen. Dass ein guter Religionsunterricht auch bei zahlreichen konfessionslosen Kindern auf Interesse stößt, zeigt sich bei uns in Thüringen, aber auch in vielen anderen Bundesländern. Im Religionsunterricht lernen die Kinder die biblische Tradition und die große Herkunftserzählung unserer Kultur authentisch, gleichsam ´aus erster Hand´. Überzeugungen bilden sich nicht im Niemandsland der Gleichgültigkeit, sondern in der Begegnung mit einer gelebten Glaubensüberzeugung.
Durch die Einrichtung des Religionsunterrichts stellt der Staat einen Raum zur religiösen und weltanschaulichen Orientierung zur Verfügung. Der Religionsunterricht unterstützt nicht nur das Recht der Schülerinnen und Schüler bei ihrer Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit, er unterstützt auch ihr Recht auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit. In der Schule hat der Religionsunterricht auch deshalb seinen Platz, weil junge Menschen systematisch, kritisch und grundlegend mit den geistigen Überlieferungen vertraut gemacht werden müssen, welche die Kultur Deutschlands geprägt haben. Zu diesen prägenden Kräften gehört eben von Beginn an das Christentum. Man denke nur an unsere Feiertage, an wichtige, auch in der profanen Geschichtsschreibung bedeutende Persönlichkeiten wie Bonifazius oder Martin Luther.
Der Religionsunterricht kann auch zur geistigen Autonomie der Schülerinnen und Schüler maßgeblich beitragen. Er kann dem jungen Menschen zur Selbstwerdung verhelfen. Durch sein Fragen nach dem Sinn-Grund verhilft der Religionsunterricht dazu, die eigene Rolle und Aufgabe in der Gemeinschaft und im Leben angemessen zu sehen und wahrzunehmen."
Keine Kommentare vorhanden