Kultusministerium sieht kaum Bedarf für "echte Ganztagsschulen"

Für "echte Ganztagsschulen" gibt es nach Erkenntnissen des Kultusministeriums kaum Bedarf. Unter mehr als 200 Anträgen auf Einrichtung eines Ganztagsangebotes, die dem Ministerium für das Schuljahr 2004/05 zur Genehmigung vorlagen, fanden sich nur vier Schulen, die in eine Ganztagsschule umgewandelt werden wollten. "Auch die GEW sollte zur Kenntnis nehmen, dass der verpflichtende Unterricht am Nachmittag kaum gefragt ist", erklärte Ministeriumssprecher Ralf Hörnig heute zur Kritik der Lehrergewerkschaft.

10.07.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Hessen werde Ganztagsangebote weiter in dem Umfang aufbauen, der dem tatsächlichen Bedarf in den Städten und Landkreisen gerecht werde, sagte der Sprecher. Für das kommende Schuljahr hat das Ministerium 61 neue Ganztagsangebote genehmigt. Dann verfügen 290 Schulen in Hessen über ein Ganztagsangebot. "Wir haben die Ganztagsangebote in nur drei Jahren verdoppelt", verdeutlichte Hörnig, dass seit 2002 mit dem Landesprogramm 144 Angebote neu geschaffen und 23 erweitert wurden. "Was die Teilnahmequote an Ganztagsangeboten angeht, steht Hessen schon jetzt an zweiter Stelle der alten Länder,", sagte Hörnig.

Auch der weitere Ausbau des Landesprogramms werde in allen Ausbaustufen ausschließlich auf freiwilliger Basis erfolgen. "Für Fragen der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder haben die Eltern eine besondere Verantwortung. Deshalb werden wir ihnen nicht die verpflichtende Ganztagsschule überstülpen", betonte Hörnig.


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