Landesrechnungshof lässt Qualitätsaspekte außer Acht

"Der Vorschlag des Landesrechnungshofes, die Zahl der Personalvertretungen im Schulbereich deutlich zu reduzieren, greift zu kurz", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Hier wird nur mit Zahlen jongliert, ohne diese Zahlen in den entsprechenden Kontext zu stellen."

13.06.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Der Grundsatz ist, dass die Personalratsstruktur der Dienststellenstruktur folgt. Das bedeutet für den Schulbereich in NRW, dass die unterschiedlichen Personalratsvertretungen jeweils auch den Schulformen zugeordnet sind. In Bundesländern, in denen es weniger Schulformen gibt, gibt es folglich auch weniger Personalräte.

"Die Landesregierung hat in ihrem Schulgesetzentwurf deutlich gemacht, dass sie die einzelnen Schulformen in der Sekundarstufe I auch weiterhin strikt voneinander getrennt halten will", so Beckmann weiter. "Das hat dann auch die oben beschriebenen Folgen für die Personalratsstruktur."

Die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer in NRW ist außerdem wesentlich höher als in anderen Bundesländern. Auf NRW folgen Bayern mit 136.000 Lehrerinnen und Lehrern und Baden-Württemberg mit 128.000.

Darüber hinaus sollte nicht vergessen werden, dass Personalräte die Mitbestimmung der Lehrkräfte sichern. Mitbestimmung ist eine wichtige Errungenschaft, die nicht allein in Heller und Pfennig aufgerechnet werden kann.

"Wer wie die Landesregierung die eigenverantwortliche Schule will, darf auch in Fragen der Mitbestimmung nicht in vorgewerkschaftliche Zeiten zurückfallen", so Beckmann abschließend. "Eigenverantwortung und Mitbestimmung sind zwei Seiten einer Medaille."


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