Lehrerausbildung deutlich verschlechtert

Ab dem 1.2.06 müssen Referendare an Bremer und Bremerhavener Schulen 2 Stunden mehr bedarfsdeckend unterrichten. Die GEW sieht darin eine unzumutbare Verschlechterung der Ausbildungsbedingungen für zukünftige Lehrkräfte!

31.01.2006 Bremen Pressemeldung GEW Bremen

Mehr bedarfsdeckender Unterricht bedeutet eine deutlich höhere Belastung in einer ohnehin schon persönlich und finanziell schwierigen Ausbildungssituation: Es ist nicht nur der Unterricht vor- und nachzubereiten, vielmehr sind weitere Aufgaben wie Schüler- und Elternberatungen, Konferenzen etc. damit verbunden. Insbesondere die Korrekturen bedeuten eine überproportionale zeitliche Belastung. Verschärft wird die Situation noch durch eine Änderung der Arbeitszeitberechnung. Bisher wurde die Ausbildungszeit in Unterrichtsstunden gemessen, jetzt wird sie in Zeitstunden berechnet. Dies ist eine faktische Arbeitszeiterhöhung von 33,3%!

Mit dieser Mehrarbeit müssen die Referendare ihre Ausbildung durch die Mentoren in Zukunft selbst finanzieren.

Die Ausbildungsleistungen am Ausbildungsinstitut (LIS) wurden um 20 der 67 Stellen gekürzt, Ausbildungsinhalte werden auf Lehrkräfte übertragen. Die Qualifikation dieser Lehrkräfte soll auf "freiwilliger Basis" laufen, d.h. auch ohne dafür bereitgestellte Zeitressourcen. Sie bekommen dann für die Ausbildung der Referendare eine geringe Unterrichtsentlastung, die in keinem Verhältnis zu den von ihnen zu leistenden Aufgaben steht. Die GEW stellt fest: Bei der zunehmenden Arbeitsverdichtung und damit Ausweitung der Arbeitszeit ist eine qualitativ hochwertige Ausbildung der zukünftigen Lehrkräfte kaum gewährleistet. Wer mehr Qualität an Schulen fordert muss dafür sorgen, dass zukünftige Lehrkräfte gut ausgebildet werden. Wer jetzt an der Lehrerausbildung kürzt, geht für die Zukunft genau den falschen Weg!

Ansprechpartner

GEW Bremen

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