Ministerpräsident Koch und Kultusministerin Wolff stellen Initiative "HESSENCAMPUS Lebensbegleitendes Lernen" vor
"Die Initiative HESSENCAMPUS Lebensbegleitendes Lernen ist ein deutschlandweit einzigartiges Zukunftsmodell. Es leistet einen entscheidenden Beitrag zur Innovationsfähigkeit unseres Landes und stärkt in einem hohen Maße die Aus- und Weiterbildungskultur in Hessen." Mit diesem Worten haben der Hessische Ministerpräsident Roland Koch und Kultusministerin Karin Wolff heute in Frankfurt auf dem "Jahresforum `07" die Entwicklungspartnerschaft zwischen der Hessischen Landesregierung und acht hessischen Regionen zum Lebensbegleitenden Lernen vorgestellt. "Der alte Flickenteppich der verschiedenen Angebote nebeneinander ist Vergangenheit. Vernetzte Angebote, bei denen der Mensch und nicht die Bildungseinrichtung im Vordergrund steht, sind in Hessen nun keine Zukunftsmusik mehr", so Wolff.
08.05.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenIm Rahmen dieser neuen Entwicklungspartnerschaft sollen bisher getrennt bestehende Bildungseinrichtungen von Land, Kommunen und anderen Bildungsträgern zusammengefasst und zu Zentren Lebensbegleitenden Lernens weiterentwickelt werden. Als moderne und zukunftsfähige Bildungsdienstleister sollen sie den Bürgerinnen und Bürgern vielfältige qualitativ hochwertige Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote unterbreiten. "Angesichts des beschleunigten Wandels, dem die Gesellschaft heute unterliegt, gewinnt das Lernen in allen Lebensphasen für die Menschen immer mehr an Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um die steigenden Anforderungen des Arbeitsmarktes, denen sich jeder Einzelne stellen muss. Lebensbegleitendes Lernen ist auch deshalb ein so wichtiges Zukunftsthema, weil es die Bürgerinnen und Bürger befähigt, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten", betonte der Ministerpräsident. Im Mittelpunkt aller HESSENCAMPUS-Angebote stünden daher die unterschiedlichen Lernbedürfnisse der erwachsenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. "Das entscheidende Qualitätsmerkmal der neuen Zentren ist die Orientierung an individuellen Lernbiografien. Der Erwerb von Fremdsprachenkenntnissen wird dort ebenso möglich sein wie der Abschluss einer Berufsausbildung oder eine Zusatzqualifizierung für den Wiedereinstieg in das Berufsleben", sagte Koch.
Die acht regionalen Initiativen, die überwiegend in öffentlicher Trägerschaft stehen, haben zum Ziel, bis Ende dieses Jahres fachlich tragfähige und umsetzbare Modelle für den Aufbau der Zentren Lebensbegleitenden Lernens zu entwickeln. Berufliche Schulen, Schulen für Erwachsene, Volkshochschulen und andere Bildungsanbieter der Regionen Frankfurt, Kassel Stadt und Land, Main-Taunus-Kreis, Offenbach, Landkreis Offenbach (Dreieich), Osthessen, Rheingau-Taunus-Kreis und Waldeck-Frankenberg gestalten in unterschiedlicher Konstellation vor Ort diese neuen Ansätze. "Wichtig ist, dass die zukünftigen HESSENCAMPUS-Zentren auf die regionalen Bedürfnisse und Möglichkeiten zugeschnitten sind und ihr eigenes Profil entwickeln. Gleichzeitig sollen sie in ihrem Bildungsprogramm, ihrem Angebot und ihrer Struktur gemeinsame Merkmale aufweisen, die sie als ´typisch hessisch´ ausweisen", erläuterte Wolff. Eine wichtige Rolle nehme auch die regionale Politik ein, denn sie müsse sich dazu bekennen, dass die Zentren vor dem Hintergrund der regionalen Gegebenheiten gewünscht seien und die Umsetzung aktiv begleiten. Gleichzeitig hob die Ministerin hervor, dass mit den Initiativen in der Region in keinem Fall ein Monopolanspruch verbunden sei. Vielmehr ginge es darum, dass sich Zentren auch gegenüber freien Trägern, Kammern, Innungen und der ansässigen Wirtschaft als Partner anböten. "Nur mit der Wirtschaft als integralem Partner kann das HESSENCAMPUS-Projekt gelingen", erklärte der Ministerpräsident.
Bei ihrer Entwicklung werden die regionalen Initiativen vom Hessischen Kultusministerium und der Sozialforschungsstelle Dortmund unterstützt. Pro Initiative stellt die Hessische Landesregierung bis zu 200.000 Euro zur Verfügung, für die Finanzierung der Landeskoordination und der landesweiten wissenschaftlichen Begleitung stehen weitere 400.000 Euro zur Verfügung.
Zu der Tagung im Frankfurter Bildungszentrum Ostend waren neben Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten acht Pilotregionen auch Gäste verschiedener weiterer Regionen eingeladen, die bereits Interesse an der Entwicklung von Zentren Lebensbegleitenden Lernens bekundet haben und der Entwicklungsinitiative beitreten wollen. Der Ministerpräsident und die Ministerin dankten ausdrücklich allen Beteiligten für ihre Kooperationsbereitschaft: "Die Landesregierung kann zwar die Plattform zur Verfügung stellen, aber nur durch das Engagement und die Zusammenarbeit der einzelnen Bildungseinrichtungen ist es möglich, das Zukunftsmodell Lebensbegleitendes Lernen mit Leben zu füllen und zum Erfolg zu führen."
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