Münzschatz von Plänitz erstmals der Öffentlichkeit präsentiert

Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde am Mittwoch der mittelalterliche Münzschatz von Plänitz (Landkreis Ostprignitz-Ruppin). Brandenburgische Archäologen hatten den Schatz, der über 600 Münzen umfasst, entdeckt und bei einer Notgrabung geborgen. Kulturministerin Prof. Dr. Johanna Wanka und der kommissarische Landesarchäologe Dr. Günter Wetzel präsentierten den herausragenden Bodenfund am Mittwoch in Neustadt an der Dosse.

01.09.2004 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Mit 601 Münzen ist der Fund von Plänitz der größte bisher in der Prignitz entdeckte Münzschatz des 11. Jahrhunderts. Er besteht fast ausschließlich aus zwei Typen silberner "Sachsenpfennige". Der eine Typ zeigt auf der Vorderseite ein Kreuz im Kugelkreis, auf der Rückseite ein Keilkreuz mit Punkten und Winkeln. Er ist vermutlich ab etwa 1060 in der Mark Meißen entstanden. Der zweite Pfennigtyp ist ab etwa 1065 im mittleren Saalegebiet geprägt worden. Eine Besonderheit ist ein silbernes Medaillon aus Südosteuropa oder Kleinasien, das deutliche Tragespuren aufweist.

Die slawischen Fundplätze um Plänitz entsprechen dem charakteristischen frühmittelalterlichen Siedlungsbild der Gegend, die seit dem 7./8. Jahrhundert durchgehend besiedelt ist. Sie gehört zum 948 erstmals erwähnten slawischen Stammesgebiet der Dossanen. Dessen Verwaltungs- und Handelszentren waren die stark befestigten Burganlagen in Wusterhausen und Kyritz. Der Plänitzer Münzfund verdeutlicht nun aber die wichtige Stellung von kleineren, offenen Siedlungen im lokalen Handel.

Kulturministerin Prof. Dr. Johanna Wanka verwies bei der Präsentation auf die systematische Forschungsarbeit der Bodendenkmalpflege, die geschichtliche Zusammenhänge deutlich macht. "In der Öffentlichkeit wird die Bodendenkmalpflege immer noch vereinfachend mit 'Ausgrabungen' gleichgesetzt. Wichtigste Ziele der Bodendenkmalpflege sind jedoch der Erhalt, die Pflege und die Erforschung von Bodendenkmalen. Zufallsfunde von solcher Bedeutung wie der von Plänitz gehören zu den eher seltenen Glücksstunden der Archäologie", so die Ministerin.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden