Niedersächsische Gedenkstättenstiftung schließt Kooperationsvertrag mit dem Staatlichen Museum Auschwitz

"Zwischen dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau und der Gedenkstätte Bergen-Belsen ist heute ein Kooperationsvertrag unterzeichnet worden. Ich freue mich, dass wir auf diese Weise die Zusammenarbeit bekräftigen, die sich schon seit einigen Jahren positiv entwickelt hat", teilte heute (02.10. 2005) der Niedersächsische Kultusminister und Vorsitzende der niedersächsischen Gedenkstättenstiftung Bernd Busemann aus Auschwitz mit. "Die jetzt geschlossene Vereinbarung soll unsere Zusammenarbeit erweitern und verstetigen und damit einen Beitrag zur Verständigung zwischen Deutschen und Polen leisten", erläuterte Busemann.

04.10.2005 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium

In gemeinsamen Seminaren mit polnischen und deutschen Schülerinnen, Schülern und Studierenden solle das historische Wissen über die Planung und den Vollzug des Völkermords an den europäischen Juden, des Völkermords an den Sinti und Roma und die am polnischen Volk verübten Verbrechen anhand der Geschichte von Auschwitz du Bergen-Belsen vermittelt werden. Für deutsche und polnische Lehrkräfte würden gemeinsame Tagungen zur Gedenkstättenpädagogik und Fragen der Erinnerungskultur stattfinden. "Gemeinsam gilt es eine zukunftsgerichtete Gedenkstättenarbeit zu betreiben, die jungen Menschen nicht nur das furchtbare Ausmaß des Geschehenen vor Augen führt. Wir müssen auch empfindsam machen für jede Art von Menschenrechtsverletzungen und wollen den Opfern die ihnen geraubte Würde wiedergeben", hob Busemann hervor.

Im Bereich von Forschung und Dokumentation hätten sich beide Gedenkstätten zur gegenseitigen Information über den Neuzugang historischer Quellen verpflichtet. Insbesondere solle auch die Zusammenarbeit zur Klärung der Schicksale einzelner Lagerinsassen weiter ausgebaut werden. "Als Zeichen dafür, wie fruchtbar unsere Zusammenarbeit bereits ist und auch in Zukunft sein soll, kann ich Ihnen heute eine Zusammenstellung der lebensgeschichtlichen Interviews mit Zeitzeugen aus Bergen-Belsen überreichen, die alle auch mit Auschwitz zu tun haben", erläuterte Busemann den Direktoren des dortigen Staatlichen Museums Jerzy Wroblewski und Krystyna Oleksy. Schon in Kürze würden Videokopien in ausgezeichneter Qualität von rund 80 meist mehrstündigen Interviews mit Überlebenden von Auschwitz und Bergen-Belsen an das heutige Museum und frühere Stammlager übermittelt.


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