Pekinger Aktionsplattform noch lange nicht abgehakt

"10 Jahre nachdem die Pekinger Aktionsplattform von 189 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen auf der Vierten Weltfrauenkonferenz angenommen wurde sind die Aufgaben, die die Aktionsplattform weltweit zur Gleichstellung von Frauen und Männern stellt, in vielen Ländern und vielen Bereichen noch lange nicht erfüllt." Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Christel Riemann-Hanewinckel zog diese Bilanz in ihrer Eröffnungsrede bei der heutigen Konferenz des Deutschen Frauenrates "Schon abgehakt? 10 Jahre 4. Weltfrauenkonferenz, 10 Jahre Pekinger Aktionsplattform" in Berlin.

16.09.2005 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Aktionsplattform müsse deshalb eines der "wichtigsten gleichstellungspolitischen Bezugsdokumente auf internationaler Ebene" bleiben, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin - auch in Hinblick auf den zeitgleich mit der Konferenz stattfindenden Millenniums-Gipfel der Vereinten Nationen in New York.

In New York werden heute fast 170 Staats- und Regierungschefs ein Abschlussdokument annehmen, das der Weltgemeinschaft den Weg in eine sichere und gerechtere Zukunft weisen soll. Die Pekinger Forderungen zur Erreichung von mehr Geschlechtergerechtigkeit gehen weit über die dort formulierten Gleichstellungs-Ziele hinaus. "Daher darf die Pekinger Aktionsplattform national wie international nicht nachrangig zu den Millenniumsentwicklungszielen der Vereinten Nationen behandelt werden", betonte Frau Riemann-Hanewinckel. Deutschland ist bei der Umsetzung der Aktionsplattform führend.

In Deutschland sind zahlreiche Forderungen der Pekinger Aktionsplattform umgesetzt. "Gerade beim Schutz von Frauen vor Gewalt - ein Thema, das in Peking von zentraler Bedeutung war und heute leider für Frauen weltweit immer noch zum Alltag gehört - hat die Bundesregierung viel erreicht. Heute gibt es in Deutschland das dichteste Netz von Hilfsangeboten in ganz Europa. Dazu gehören ca. 400 Frauenhäuser und über 160 Notrufe für Frauen, Frauenberatungsstellen, Frauengesundheitszentren, Mädchenwohngruppen, Therapieeinrichtungen, Interventionsstellen und Runde Tische in vielen Kommunen und Bundesländern. Dass Gewalt gegen Frauen heute ein so wichtiges Thema auf der bundespolitischen Agenda ist und bleiben muss, ist auch internationalen Übereinkommen wie der Pekinger Aktionsplattform zu verdanken", so die Parlamentarische Staatssekretärin Für die kommende Legislaturperiode plant die Bundesregierung, einen bundesweiten einheitlichen Frauennotruf einzurichten, an den sich von Gewalt bedrohte Frauen wenden können.

Die Konferenz des Deutschen Frauenrates findet vom 16. bis 18. September 2005 im "Tipi", dem Zelt am Bundeskanzleramt, statt. Sie wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenrat.de.


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