Pluspunkt Deutsch für jüdische Einwanderer

Deutsche Sprachkenntnisse sind der Schlüssel zur Integration. Doch Integration gelingt nur dann wirklich, wenn in einem neuen kulturellen Umfeld auch die eigene Persönlichkeit und die eigene Kultur gelebt werden dürfen. Das Grundstufenlehrwerk Pluspunkt Deutsch aus dem Berliner Verlag für Bildungsmedien Cornelsen wurde für Migranten und Migrantinnen entwickelt und hilft ihnen, in unserer Gesellschaft Fuß zu fassen. Mit dem Arbeitsheft Pluspunkt Deutsch für jüdische Einwanderer können diese nicht nur ihre in 'regulären' Sprachkursen erworbenen Deutschkenntnisse erweitern, sondern gleichzeitig ihr jüdisches Wissen vertiefen und einen besseren Zugang zum Leben in ihren Gemeinden finden. Das Projekt, das auf Initiative und in Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde im bayerischen Weiden entstand, wurde am 22. Juni 2004 zusammen mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland vorgestellt.

22.06.2004 Pressemeldung Cornelsen Verlag GmbH

Das Arbeitsheft Pluspunkt Deutsch für jüdische Einwanderer für Deutsch als Zweitsprache ist speziell auf die Bedürfnisse von jüdischen Zuwanderern zugeschnitten. Erprobt wird das Lehrwerk, das Ende 2004 erscheint, zurzeit in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde an der Volkshochschule in Weiden. Rabbinerin Gesa Ederberg und Gabriele Brenner, Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde, sind die Autorinnen des Arbeitsheftes, in dem Themen wie koscheres Essen, jüdischer Gottesdienst, jüdische Lebenspraxis und anderes mehr zu Sprache kommt. So wird neben der Sprachvermittlung auch die Integration in die Gemeinschaft jüdischer Gemeinden gefördert, die für viele der 'jüdischen Kontingentflüchtlinge' wichtige Bezugspunkte darstellen. "Es lag hier nahe, religiöse Bildung und Spracherwerb zu verbinden, was von Frau Rabbiner Ederberg angeregt wurde. Mit dem Pilotprojekt haben wir bereits sehr positive Erfahrungen gemacht. Die Teilnehmer lassen sich besser in die Gemeindearbeit einbinden und ihre Identitätsfindung erleichtert auch die Einbindung in die Gesellschaft.", berichtet Gabriele Brenner.

Seit Anfang der 90er Jahre sind weit über 70.000 jüdische Einwanderer vor allem aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion Mitglieder in den jüdischen Gemeinden in Deutschland geworden. "Diese Zuwanderung wird von den bestehenden jüdischen Gemeinden nicht als Bedrohung für die bestehende Kultur der Juden in Deutschland verstanden, sondern als Bereicherung und Erweiterung jüdischer Kultur in Deutschland. Auch wenn die Zuwanderung die Integrationsarbeit der jüdischen Verbände und der jüdischen Gemeinden vor Ort ohne Zweifel vor eine große, zum Teil unmöglich zu lösende Aufgabe stellt, so handelt es sich hierbei jedoch um eine Herausforderung, der sich jüdische Organisationen und Juden in Deutschland gern stellen.", erklärt Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland. "Um diese Aufgabe bewältigen zu können und den Zuwanderern einen erfolgreichen Einstieg nicht nur in den Arbeitsmarkt, sondern zugleich in die jüdischen Gemeinden und damit in ihr Judentum zu ermöglichen, werden Instrumentarien benötigt, die den Zuwanderern diese 'doppelte Integration´ erleichtern. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, dazu leistet das vorliegende Lehrwerk Pluspunkt Deutsch für jüdische Einwanderer aus dem Cornelsen Verlag, das in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Weiden entstand, einen wertvollen Beitrag."

Das thematische, lexikalische und grammatische Curriculum des Sprachlernteils von Pluspunkt Deutsch orientiert sich an den Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Bei der Auswahl der Inhalte und der kommunikativen Aufgaben wurden vor allem die spezifischen Bedürfnisse von Migrantinnen und Migranten berücksichtigt. Die Arbeit mit authentischen Situationen steht dabei im Vordergrund. Hier geht nicht nur um Landeskunde, sondern vor allem um die Darstellung der Lebenswirklichkeit, die Einwanderer auf ihr Leben in Deutschland vorbereitet. Daher sind auch "unangenehme" Situationen z. B. Anträge auf Sozialleistungen kein Tabu im Buch. Eine Besonderheit stellt das Arbeitsheft zum Judentum dar.

Ansprechpartner

Cornelsen Verlag GmbH
Irina Groh
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mecklenburgische Str. 53
14197 Berlin
Telefon: +49 30 897 85-563
Fax: +49 30 897 85-97-563
E-Mail: Irina.Groh@cornelsen.de
Web: www.cornelsen.de/presse


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