Richtwerte sichern leistungsfähiges Schulangebot
Joachim Jacobi, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium, hat die Aussagen der SPD zu angeblich bedrohten Schulstandorten als "unverantwortliche Panikmache" zurückgewiesen: "Wer gezielt falsche Zahlen verbreitet und obendrein nicht rechnen kann, der führt Lehrer, Schüler und Eltern ganz bewusst in die Irre." Mit einem einzigen Anruf im Hessischen Kultusministerium hätte sich die SPD Zahlen und Hintergründe erläutern lassen können.
16.02.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenDas Kultusministerium habe von Anfang an offen kommuniziert, welche Schulen die geforderten Richtwerte für die Klassengrößen nicht erreichen und den Schulträgern bereits im Dezember 2004 Handlungsbedarf signalisiert. "Tatsache ist, dass die Richtwerte für die Klassengrößen ein leistungsfähiges, attraktives Schulangebot sichern", stellte der Staatssekretär klar. So hätten viele Schulträger frühzeitig reagiert und durch planvolles und umsichtiges Vorgehen gefährdete Standorte erhalten können.
In der jetzt von der SPD verbreiteten Liste mit 178 angeblich von der Schließung bedrohten Bildungsangeboten seien Schulen und Bildungsgänge aufgeführt, deren Bestand gesichert sei, so der Staatssekretär weiter. "Die SPD nimmt fahrlässig die Verunsicherung an Schulen in Kauf und betreibt selbst aktive Bestandsgefährdung", erklärte Jacobi. Es wäre fatal, wenn Eltern auf die Panikmache der SPD hereinfielen und ihre Kinder von Schulen fernhielten, deren Bestand gesichert ist.
Wie das Hessische Kultusministerium bereits im Januar 2006 mitgeteilt hat, haben in den relevanten Schuljahren 2004/05 und 2005/06 107 Bildungsangebote an 97 Schulen die nach § 144a des Hessischen Schulgesetzes geforderten Richtwerte für die Klassengrößen nicht erreicht. Davon werden 32 Bildungsgänge an 28 Schulen auslaufen, d. h. zum Schuljahr 2006/07 darf dort in neu zu bildenden Klassen oder Kursen kein Unterricht aufgenommen werden. Bei 18 Schulen wurden organisatorische Konsequenzen eingefordert - zum Beispiel die Kooperation mit anderen Schulen - oder Bedingungen für die Unterrichtsaufnahme gestellt. Trotz zweifachen Unterschreitens der Richtwerte wurden bei rund 50 der 97 Schulen Ausnahmebedingungen akzeptiert. Hier wurde dem zuständigen Schulträger die Auflage gemacht, mit entsprechenden Schülerlenkungsmaßnahmen ein ausgewogenes Schulangebot vor Ort zu gewährleisten.
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