Sachsens Wissenschaftsminister heute beim Fraunhofer-Fest der Forschung
Statement von Sachsens Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Dr. Matthias Rößler anlässlich der Veranstaltung/Pressekonferenz "Fraunhofer-Fest der Forschung 2004" heute in Dresden
20.10.2004 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus"Die 10 Fraunhofer-Institute und -Einrichtungen im Freistaat sind ein Gewinn für den Standort Sachsen. Kleine wie große Unternehmen profitieren davon, dass Fraunhofer-Forscher ihre Ergebnisse rasch in neue Produkte und Verfahren für die gewerbliche Wirtschaft verwandeln. Die sächsischen Fraunhofer-Einrichtungen haben ein intensives Netzwerk zur Wirtschaft in der Region sowie zu Unternehmen in Deutschland und in der Welt aufgebaut. In den letzten Jahren haben die sächsischen Fraunhofer-Einrichtungen durchschnittlich für 30 Mio. EUR Industrieaufträge akquiriert, davon im Schnitt 30% von sächsischen Unternehmen.
In den sächsischen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen arbeiten heute fast die Hälfte der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung der neuen Länder. Auch für die FhG ist Sachsen mittlerweile ein Schwerpunkt in Deutschland. Mit entscheidend dafür war die konsequente Investitions- und Förderpolitik des Freistaates, die sich schon immer auf unsere Wachstums- und Innovationskerne Mikroelektronik, Automobil- und Maschinenbau sowie Biotechnologie konzentriert.
Vorrangiges Ziel sächsischer Politik war es von Anfang an, Unternehmen der Spitzentechnologie anzusiedeln und Arbeitsplätze zu schaffen. Dies setzt ein hohes Innovationspotenzial voraus. Innovationsstrategien müssen darauf zielen, das Zusammenwirken der verschiedenen Innovationspartner zu erleichtern und zu forcieren - Netzwerke, Cluster und Kompetenzzentren sind Begriffe für die heutige Vielfalt des Zusammenwirkens. Sie sind die Antwort auf die Notwendigkeit, in flexibler Form interdisziplinär und über alle Gremien von Wirtschaft und Wissenschaft hinweg zusammenzuwirken. Bildung, Wissenschaft und Forschung haben dabei eine Schlüsselstellung. Dass sich in Sachsen zunehmend Unternehmen der Spitzentechnologie aus dem Automobilsektor, dem Maschinenbau, der Mikroelektronik und in jüngster Zeit der Biotechnologie und der Luftfahrttechnik ansiedeln, ist Ergebnis dieser Forschungsförderung. Forschungsförderung ist damit ein Kern der sächsischen Wirtschaftsförderung.
Der Freistaat Sachsen hat in den vergangenen Jahren eine im nationalen und internationalen Vergleich konkurrenzfähige Forschungsinfrastruktur gesichert bzw. neu aufgebaut (Sachsens aktueller Vergleichswert aus 2001: 1,9 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung = 2,5% des BIP = Platz 9 in Europa). Dies war für Sachsen wie für alle neuen Länder in Ostdeutschland wichtig, weil uns die großen Unternehmen fehlen, die in Westdeutschland Träger der angewandten Forschung und Entwicklung sind. Aber auch bei den Großunternehmen, die im Osten schon vertreten sind, befinden sich die Forschungsabteilungen noch überwiegend am Ort der westdeutschen Firmenzentralen. Die hier vorrangig angesiedelten kleinen und mittleren Unternehmen haben nur wenige Möglichkeiten für eigene Forschung und Entwicklung; ihnen fehlen oftmals sogar die Mittel zur Kofinanzierung von Forschungsaufträgen. Die auf absehbare Zeit noch vorhandene "Innovationslücke" bei diesen Unternehmen muss daher durch die staatlich geförderte Forschung innerhalb und außerhalb der Hochschulen ausgefüllt werden, um die Unternehmen "innovativ" mitzuziehen.
Hinsichtlich der Qualität der Forschung und der Struktur seiner staatlich finanzierten Forschungslandschaft steht Sachsen Westdeutschland in nichts nach. Die Hochschulen und die außeruniversitären Forschungseinrichtungen - und hierbei vor allem die Einrichtungen der FhG und der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. - werden auch künftig im besonderen Maße als Initiator von Innovationsprozessen gefragt sein. Diese Forschungseinrichtungen haben auch eine große arbeitsmarktpolitische Bedeutung für hochwertige Arbeitsplätze.
Der Freistaat Sachsen sieht es als eine besondere Verpflichtung an, die enormen Anstrengungen auf dem Gebiet von Wissenschaft und Forschung entschlossen fortzusetzen. Unsere Strategie ist es, durch gezielte Förderung in Forschung und Wirtschaft vor allem die Stärken unserer Forschungs- und Industriepolitik zu stärken. Dieses Engagement sichert ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum, weil es auf Innovationen beruht."
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