Spaziergänge zur Berliner Frauengeschichte
Berühmten und weniger berühmten Frauen, deren Leben und Wirken sich in die Stadtgeschichte Berlins eingeschrieben hat, begegnet man in einem Buch, das von der Berliner Geschichtswerkstatt herausgegeben wurde und das ab sofort in der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin erhältlich ist:
18.08.2006 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und ForschungDen Frauen nach – Ein Spaziergang am Landwehrkanal.
Entlang des Landwehrkanals werden 43 Stationen "angesteuert", die mit Persönlichkeiten aus der Berliner Frauengeschichte verbunden sind. In anderen Fällen sind es Straßen und Plätze, als deren Namensgeberinnen Frauen fungieren.
Einige Stationen geben Anlass zu sozialgeschichtlichen Rückblicken. Im Hauptpostamt am Tempelhofer Ufer etwa saßen die sprichwörtlich gewordenen "Fräulein vom Amt", als Telefongespräche noch von Hand vermittelt werden mussten. Der Vorläufer des Kreuzberger "Prinzenbades", die Suchlandsche Badeanstalt, gehörte zu den ersten Freibädern in Berlin, in denen auch das Damenschwimmen zugelassen war, bevor Ende des 19. Jahrhunderts das gemeinsame Baden beider Geschlechter erlaubt wurde.
Die Spaziergänge am Landwehrkanal greifen mal mehr mal weniger weit in die Zeitgeschichte zurück. Wir begegnen unterwegs unter anderen der ersten weiblichen Direktorin des Berliner Zoos, Katharina Heinroth, die die im Krieg völlig zerstörte Anlage unter größten Mühen wieder aufbaute. Die Adresse "Am Karlsbad 10" war Sitz des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft, der sich um die Vermittlung "sittlich einwandfreier" und "wirtschaftlich tüchtiger" deutscher Frauen in die Kolonialgebiete sorgte. In der heutigen Genthiner Straße wohnten Mildred und Arvid Harnack. Sie gehörten zu den aktivsten Mitgliedern der Widerstandsorganisation "Rote Kapelle".
Eine andere Station am Landwehrkanal ist mit der schwulen bzw. der lesbischen Subkultur in der Weimarer Republik verbunden. An der heutigen Admiralstrasse 16 befand sich der "Damenklub Erato", Sitz einer der zahlreichen Vereinigungen lesbischer Frauen im Berlin der zwanziger Jahre. Die Friedhöfe am Halleschen Ufer sind letzte Ruhestätte von Fanny Hensel, der Schwester des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy. Unweit davon befinden sich die Gräber von Rahel Varnhagen und Henriette Herz, deren Salons Treffpunkt der preußischen Kultur- und Geistesgrößen ihrer Zeit waren.
Der mit etlichen schwarz-weißen Abbildungen ausgestattete 127 Seiten starke Band kann gegen Entrichtung einer Bereitstellungspauschale in Höhe von 2,- Euro abgeholt werden in der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin
An der Urania 4-10, 10787 Berlin-Schöneberg, (Nähe Wittenbergplatz), Tel.: 90 16 25 52. Zusendungen sind leider nicht möglich. Informationen auch unter www.landeszentrale-politische-bildung-berlin.de. Rückfragen zum Inhalt: Dr. Udo Wetzlaugk, Tel.: 90 16 25 56.
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