Staatssekretär Willems im Gespräch mit zwei Überlebenden des Holocaust

Zwei Überlebende des Konzentrationslagers Magdeburg, Jack Efrat aus Neuseeland und John Weiner aus Australien sind gestern in Begleitung von Gerhard Miesterfeldt und Joachim Krüger, Vertretern der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Magdeburg, zu einem Gedankenaustausch mit Staatssekretär Winfried Willems im Kultusministerium zusammengetroffen. Die beiden Zeitzeugen sind den langen Weg nach Deutschland gekommen, um im Rahmen der "Woche der Begegnung" an Schulen des Landes über ihre tragischen Erlebnisse in Nazi-Deutschland zu berichten und über ihre persönlichen Schicksale mit jungen Menschen zu diskutieren.

04.11.2005 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Das Interesse und die Offenheit der jungen Leute , so John Weiner und Jack Efrat über die bisherigen Veranstaltungen, sei überwältigend. Mit Spannung verfolgten die Schülerinnen und Schüler ihre Schilderungen und überschütteten sie mit Fragen. Besonders berührt und betroffen seien die jungen Leute, wenn sie als Überlebende des Holocaust aus der Magdeburger Vergangenheit berichteten, die Schauplätze der Grausamkeiten also nicht irgendwo, sondern vor der eigenen Haustür zu finden seien.

Wie wichtig ihnen diese Begegnungen seien, bekräftigten beide Herren eindringlich. "Es gibt nicht mehr viele Überlebende des Holocaust. Der Weg von Australien und Neuseeland nach Magdeburg ist uns nicht zu weit, um immer wieder an die schreckliche Vergangenheit zu erinnern und die jungen Leute gerade angesichts wieder aufkeimender Fremdenfeindlichkeit zur Zivilcourage und zum entschlossenen Widerstand zu ermutigen."

John Weiner und Jack Efrat sprachen mit Dankbarkeit von den beiden mutigen Menschen, denen sie ihr Leben verdanken. John Weiner erinnerte an den bayerischen Dorfpolizisten Max Maurer, der in Ergoldsbach 13 Juden in der Scheune einer Bauerfamilie versteckte und ihnen damit das Leben rettete. Jack Efrat berichtete von einem desertierten Soldaten in Magdeburg, der sich in den letzten Kriegstagen seiner annahm, als er mit einer Schussverletzung völlig entkräftet im Wald gelegen habe. Weiner: "Wenn man recht überlegt, kann man eigentlich nicht sagen, dass wir diese Schrecknisse wirklich überlebt haben. Niemand kann so etwas überleben."


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