Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg trifft Förderentscheidungen: Nachlass Hajek und Hölderlin-Autograph werden gesichert

Die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg fördert im Jahr 2008 neue Projekte im Archiv- und Bibliotheksbereich mit besonderer Bedeutung für das Land mit insgesamt rund 300 000 Euro. Dies teilte Staatssekretär Dr. Dietrich Birk am 22. April in Stuttgart mit.

22.04.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Es ist uns gelungen, bedeutende Vorhaben wie die Erschließung und Erhaltung des architekturbezogenen Nachlasses von Otto Herbert Hajek für die Universität Karlsruhe, den Erwerb eines Stammbuches mit Hölderlinautograph für die Württembergische Landesbibliothek und die Erschließung des Archivs der Grafen Wiser zu Leutershausen zu unterstützen", so Birk.

Durch diese und weitere Projekte würden das Wissen und die Erinnerungen früherer Zeiten für die Menschen heute zugänglich. Damit werde ein Teil unserer kulturellen Identität vor dem Vergessenwerden gerettet, sagte der Staatssekretär. Archive und Nachlässe seien für die Wissenschaft besonders dann von Wert, wenn sie erschlossen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden.

Für die Erschließung und Erhaltung des architekturbezogenen Nachlasses von Otto Herbert Hajek stehen rund 130 000 Euro zur Verfügung. Die Universität Karlsruhe hatte den Nachlass für ihr Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau erhalten. Der zu erschließende Bestand umfasst rund 19 000 Fotografien, 1 700 Pläne, 300 Zeichnungen sowie 34 Modelle. "Otto Herbert Hajek zählte zu den bedeutendsten Künstlern Deutschlands. Sein Werdegang ist eng mit dem Land Baden-Württemberg verknüpft. Es ist schön, dass nun auch dieser Teil seines Werkes bewahrt werden kann", sagte Birk.

Für die Hölderlin-Sammlung der Württembergischen Landesbibliothek soll ein sogenanntes Stammbuch, eine Art Vorläufer des Poesiealbums, erworben werden. Es ist aufgrund des Eintrags Friedrich Hölderlins von besonderer Bedeutung. Er lautet: "[…] Wir gewinnen nur, um zu verlieren. Wir genießen etliche frohe Tage im Jahr, um uns die tausend traurigen durch die Erinnerung an sie noch mehr zu verbittern". Hölderlin hatte diese Zeilen in das Stammbuch eines Tübinger Kommilitonen eingetragen. Für den Erwerb stehen 20 000 Euro zur Verfügung. Birk: "Mit diesen sehr persönlichen Zeilen aus Hölderlins Hand wird die Sammlung der Württembergischen Landesbibliothek auf wertvolle Weise ergänzt."

Mit rund 11 000 Euro fördert die Stiftung die Erschließung des Archivs der Grafen zu Leutershausen. Es umfasst rund 50 Pergament-Urkunden, darunter einige Kaiserurkunden, sowie zahlreiche weitere Akten und Rechnungen. Das Landesarchiv Baden-Württemberg soll die Archivarien erschließen. Der Eigentümer beteiligt sich zur Hälfte an den Kosten des Projektes. "Die Archivbestände aus Leutershausen haben besondere Bedeutung für die südwestdeutsche Landes- und Ortsgeschichte. Durch die Erschließung werden sie für die wissenschaftliche Recherche aus der ganzen Welt zugänglich", sagte der Staatssekretär.

Die 1986 vom Land eingerichtete Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg verfügt über ein Stiftungskapital von 5,3 Mio. Euro. Sie sichert Kulturgut mit besonderem Bezug zum Land und macht es der Öffentlichkeit zugänglich. Unterstützt werden Erwerb, Erschließung und Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut mit Landesbezug.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden