Tagung "Glaube und Macht
Endspurt: Noch 16 Tage Landesausstellung ! Mehr als 4600 Führungen seit Ausstellungsbeginn! Staatsminister Dr. Matthias Rößler Rede (Auszüge) zur Tagung "Glaube und Macht – Theologie, Politik und Kunst im Jahrhundert der Reformation" in Torgau, Alte Superintendentur, Wintergrüne 2, am 24.09.2004, 14:30 Uhr \*\*\* Es gilt das gesprochene Wort \*\*\*
24.09.2004 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und TourismusAnrede,
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Die länderübergreifende Tagung hier in Torgau unterstreicht den gemeinsamen Kultur- und Geschichtsraum, bei dem die Elbe das historische und aktuelle verbindende geographische Element darstellt. Heute ist sie auch touristische Verkehrsader - ganz gleich ob sie als Elbe-Schifffahrtsweg genutzt wird oder als Elbe-Radweg.
Ich empfand es daher als schöne Gegebenheit, dass ich Frau Barbara Rüprich aus Ermlitz in Sachsen-Anhalt am 13. August des Jahres als 100.000ste Besucherin der 2. Sächsischen Landesausstellung vor dem Eingang der Ausstellung begrüßen konnte. Von einem Bericht im Rundfunk neugierig gemacht, reiste die historisch interessierte Sportlehrerin gemeinsam mit ihrem Ehemann nach Torgau.
Die umfangreiche Auswahl an originalen und vielfach historisch und kunstgeschichtlich höchst bedeutsamen Exponaten am authentischen Ort zu sehen, wurde für sie ein beeindruckendes Erlebnis. Ich hoffe, es ist Ihnen, verehrte Tagungsteilnehmer, heute beim Rundgang durch die Ausstellung ebenso gegangen.
Die Exposition mit ihren drei Ausstellungsorten - dem Albrechtsbau des Schlosses Hartenfels, der Schlosskapelle und der kurfürstlichen Kanzlei - ist quasi in einem Gesamtkunstwerk eingebunden:
Das ist die Stadt Torgau selbst. Eine Stadt der Renaissance, die sich in ihren Strukturen und in vielen Einzeldenkmälern bis heute erhalten hat.
Mitten aus ihrer blühenden Entwicklung wurde diese Residenz der sächsischen Kurfürsten, von der aus die Reformation politisch durchgesetzt wurde, in der Mitte des 16. Jahrhunderts herausgerissen. Und das in einer Zeit, in der Sachsen im Zentrum europäischer Politik stand.
In einer Zeit, in der die Wechselwirkung zwischen Macht und Glauben, zwischen Theologie, Politik und Kunst besonders deutlich hervor traten.
Jede Ausstellung, und erst recht unsere Landesausstellung, ist die Frucht intensiven Forschens, des Bemühens, Geschichte umfassend zu durchdringen und damit einen Beitrag zu leisten, das Werden der Gegenwart zu begreifen.
Obwohl fast ein halbes Jahrtausend Zeitspanne zwischen der Publizierung von Luthers Thesen und dem heutigen Betrachter liegt, war die Reformation nicht nur prägend für Generationen, sondern entfaltet auch noch aktuell ihre lebendige Wirkung.
Vieles, was uns heute selbstverständlich erscheint im Verhältnis der Staaten, in Verwaltung, Bildung und Kultur, wurzelt in der bewegten ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Nicht zufällig gleicht das Thema ihrer Tagung dem der 2. Sächsischen Landesausstellung. Es zeigt damit auf den unmittelbaren Ort des Geschehens, spannt den geographischen Bogen über das albertinesche und ernestinesche Sachsen bis ins 19. Jahrhundert und weist zugleich auf die europäische Dimension der Ereignisse des 16. Jahrhunderts.
Gerade die Tagesereignisse zeigen uns zum Teil mit brutaler Deutlichkeit die Wechselwirkung von "Glaube und Macht, von Theologie, Politik und Kunst, wie es uns nicht nur in Lucas Cranachs "Elias und die Baalspriester", dem Titelbild der Ausstellung, entgegentritt.
Weitere Forschungsarbeit ist daher angezeigt und in diesem Sinne wünsche ich Ihrer Tagung noch einen erfolgreichen Verlauf und angenehme Erinnerungen an die Lutherstätten Wittenberg und Torgau.
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