Universität Rostock läuft Gefahr, sich selbst der Zahnmedizin zu entledigen
Der Rektor der Universität Rostock hat angekündigt, gegen die Entscheidung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, drei Professuren in der Zahnmedizin zeitlich befristet für fünf Jahre zu besetzen, gerichtlich vorzugehen.
05.05.2006 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-VorpommernDer Rektor der Universität Rostock nimmt damit in Kauf, dass die Zahnmedizin in Rostock in absehbarer Zeit handlungsunfähig wird, denn mit der Einreichung der Klage gegen die Entscheidung des Bildungsministers wird ein langwieriges gerichtliches Verfahren durch die Universität Rostock begonnen. Damit bewirkt der Rektor der Universität, dass vor Abschluss des Gerichtsverfahrens gar keine Nachbesetzungen stattfinden. "Die unüberlegten Maßnahmen des Rektors führen also im Ergebnis dazu, dass sich die Universität Rostock selbst der Zahnmedizin entledigt," so Bildungsminister Metelmann.
Die Entscheidung des Bildungsministers, zeitlich befristete Professuren einzurichten, ist dagegen sowohl durch die Grundsätze der Hochschulplanung des Landes als auch durch die Regelungen des Landeshochschulgesetzes gedeckt. Sie würde die Sicherung der Zahnmedizin bis zu einer endgültigen Entscheidung des Landes über die Zukunft der Zahnmedizin an der Universität Rostock gewährleisten.
Die Entscheidung des Bildungsministers steht auch - entgegen der Behauptung des Rektors der Universität Rostock - im Einklang mit dem Vertrag über die Zahnmedizin vom 15. Mai 2002. Dort wurde mit der Universität Rostock eine unbefristete Besetzung von Professuren nicht vereinbart.
Zugleich weist Bildungsminister Metelmann ausdrücklich den Vorwurf zurück, er habe die Verhandlungen zu den Zielvereinbarungen mit der Universität Rostock mutwillig scheitern lassen. "Die Aufgabe unseres Landes lautet: Profilierung der Hochschulen durch Konzentration und Kooperation. Während fünf Hochschulen im Interesse der Hochschulentwicklung des ganzes Landes zu Kompromissen und auch Verzicht bereit waren, beharrt Rektor Wendel ausschließlich auf den vermeintlichen Interessen seiner Universität." Dabei ist ihm das Land in inhaltlichen Fragen und Fragen der Ausstattung sehr weit entgegen gekommen. Letztlich führt die mangelnde Kompromißbereitschaft des Rektors dazu, dass die Universität Rostock im Vergleich zu allen anderen Hochschulen des Landes keine Planungsgrundlage bis zum 31.12.2010 hat. Die angestrebte langfristige Planungssicherheit ist insbesondere im Hinblick auf die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel und die Durchführung von Baumaßnahmen für die Universität Rostock von besonderer Bedeutung. Diese zukunfts-sichernden Angebote hat der Rektor mit seiner starren Haltung auf´s Spiel gesetzt. Ein Bärendienst für die Universität Rostock.
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