Verdienstkreuz 1. Klasse für den nordrhein-westfälischen Fusionsforscher Professor Gerd Wolf

Bundespräsident Horst Köhler hat Professor em. Dr. Gerd Wolf in Anerkennung seines Lebenswerkes das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland als Erstauszeichnung verliehen.

10.06.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Wissenschafts-Staatssekretär Hartmut Krebs überreichte Professor Wolf heute im Forschungszentrum Jülich diese hohe Auszeichnung. Krebs: "In mehr als vier Jahrzehnten förderte Professor Wolf die europäische Forschung und den wissenschaftlichen Nachwuchs. Darüber hinaus trug er wesentlich dazu bei, dass Deutschland innerhalb der weltweiten Fusionsforschung heute eine bedeutende Stellung einnimmt."

Der Geehrte wurde am 11.11.1933 in Eger geboren und war von 1976 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1999 Professor für Experimentalphysik, zunächst an der damaligen Universität-Gesamthochschule Essen, ab 1986 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Daneben leitete er von 1975 bis 1999 das Institut für Plasmaphysik des Forschungszentrums Jülich.

Bereits als junger Forscher wandte Wolf sich dem damals neuen Forschungsgebiet der kontrollierten Kernfusion zu und erwarb auf dem Gebiet der Plasmaphysik national und international große Anerkennung.

Seine Mitarbeit in den Lenkungs- und Gutachterausschüssen des Europäischen Forschungsprogramms EURATOM ist nur ein Zeichen dieser Anerkennung.

Auf gemeinsamen Vorschlag der deutschen Wissenschaftsorganisationen hat der Rat der Europäischen Union Professor Wolf 1998 zum Mitglied des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) in Brüssel ernannt.

Professor Wolf trug wesentlich zur Gründung des "Trilateralen Euregio Clusters" (TEC) bei und förderte dessen enge Zusammenarbeit mit den Hochschulen und Universitäten der Euregio. Ziel von TEC ist es, die Kräfte und Mittel im Bereich der Fusionsforschung auf europäischer Ebene zu bündeln.

Mit seiner Arbeit im Forschungszentrum Jülich und beim europäischen Gemeinschaftsprojekt "Joint European Torus (JET)", in Cuham, England, wurde der Grundstein für die Schlüsselrolle Europas bei der Planung und Vorbereitung der größeren, weltweit finanzierten Anlage ITER gelegt. Mit ITER sollen die Nutzbarkeit der Fusion als neue Energiequelle demonstriert und die Bedingungen für einen wirtschaftlichen Dauerbetrieb erforscht werden.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden