Vom Schulprojekt zum Kinofilm

(bikl) Unter Jugendlichen ist der Roman 'Rolltreppe abwärts' von Hans-Georg Noack Kult. Als Gymnasiasten in Bonn die Idee hatten, im Kunstunterricht einen Film nach dem Buch zu drehen, hätten sie sich den anschließenden Erfolg nicht träumen lassen.

28.02.2006 Artikel

Die Geschichte des 13jährigen Jochen, der durch Probleme im Elternhaus auf den Weg nach unten gerät und schließlich im Erziehungsheim landet, ist ein Jugendbuchklassiker. Kein Wunder, wenn Schülerinnen und Schüler die Idee entwickeln, diesen Stoff zu verfilmen. Der Autor Hans-Georg Noack lebte in Würzburg und wurde von Schülern aus Bonn rasch aus dem Telefonbuch ermittelt. Ein Anruf genügte, die Schüler hatten die Erlaubnis, das Buch nach eigenem Gustus zu verfilmen.

Bei einem Casting mit 400 Schülern wurde das Schauspielerteam ausgewählt. Für die Erwachsenenrollen erklärten sich professionelle Schauspieler zur kostenlosen Mitarbeit bereit. In elf Drehtagen waren die Aufnahmen im Kasten, die Nachbearbeitung und Vertonung dauerte einige Monate. Filmausrüstung und Material wurden gesponsert. Mit einem - in der Filmbranche lächerlichen - Etat von 4.000 Euro wurde der Film schließlich fertig gestellt.

Die Premiere in Bonn zog wochenlange, ausverkaufte Vorführungen nach sich, ebenso Anfragen von anderen Schulen, die Presse wurde aufmerksam. Sponsoren wurden gefunden um die Aufnahme vom DV-Band auf kinotaugliches Format zu kopieren. Was als Schülerprojekt begann, läuft inzwischen in den deutschen Kinos. Auf der didacta zeigten die Jugendlichen an einen eigenen Messestand ihr Filmprojekt, Lehrer konnten dort didaktisches Material zum Film für den Unterricht bekommen. Dies und weitere Infos gibt es auch unter www.rolltreppe-derfilm.de/


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