WM der Bildungsausgaben

Bildungsranking einmal anders: Am Beispiel von zehn WM-Teinehmerländern machte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Rande der Kultusministerkonferenz am 2.6.06 in Plön auf die gravierende Unterfinanzierung des deutschen Bildungssystems aufmerksam. Metergroße Balken mit bunten Flaggen an der Spitze zeigten, wie viel Prozent vom Bruttoinlandsprodukt die einzelnen Staaten für Bildung ausgeben. Mit 4,6 Prozent kann Deutschland gerade einmal mit einem bitterarmen Land wie der Elfenbeinküste mithalten. Spitzenreiter Schweden lässt sich hingegen die Bildung seiner Kinder und Jugendlichen fast drei Prozentpunkte mehr kosten.

02.06.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Der Nationale Bildungsbericht, den die Kultusminister hier in Plön vorstellen, ist im Grunde genommen ein nationaler Armutsbericht", sagte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Ute Vellguth am Rande der Aktion. "Oder um es in der Sprache des Fußballs zu formulieren: Wenn die Kultusminister für die deutsche Nationalmannschaft die Verantwortung trügen, wäre bei der Weltmeisterschaft nach der Vorrunde mit Sicherheit Schluss. Denn die deutschen Gruppengegner Polen und Costa Rica geben mit 5,6 und 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erheblich mehr Geld für Bildung aus."

"Damit das deutsche Bildungssystem bessere Ergebnisse erzielen kann, brauchen wir auf jeden Fall mehr Geld und eine Überwindung des antiquierten dreigliedrigen Schulsystems, das zu viele Verlierer produziert", forderte Ute Vellguth. Die Schülerinnen und Schüler müssten stärker individuell gefördert werden, um nach der Schule bessere persönliche und berufliche Chancen zu haben. Mit Schulrankings und ständigen Leistungsvergleichen, wie sie die Kultusminister einführen wollten, sei dieses Ziel nicht zu erreichen.

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GEW Schleswig-Holstein

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