Wolff fordert Schulen zu intensiver Auseinandersetzung mit nationalsozialistischer Vergangenheit auf
Zum 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz hat Kultusministerin Karin Wolff die hessischen Schulen zur Fortführung einer intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus aufgefordert. Der zeitliche Abstand entbinde niemanden von der Verantwortung, die Erinnerung an den schrecklichsten Abschnitt deutscher Vergangenheit wach zu halten und sich das unermessliche Leid, das durch Nationalsozialismus und Holocaust Millionen von Menschen zugefügt wurde, immer wieder vor Augen zu führen. Nur so könne Zukunft positiv gestaltet und gleichzeitig Strömungen eines "neuen" Antisemitismus wirkungsvoll entgegengetreten werden.
27.01.2005 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenAnlässlich des Gedenktages haben das Hessische Kultusministerium, das Amt für Lehrerbildung, das Fritz Bauer Institut und die Jugendbegegnungsstätte Anne Frank heute Lehrerinnen und Lehrer zu einer Fachtagung nach Frankfurt eingeladen. Ziel der Veranstaltung mit dem Titel "Was bedeutet 'Erziehung nach Auschwitz' in der Gegenwart?" ist, den Pädagogen neue Konzepte für den Umgang mit Nationalsozialismus und Rechtsextremismus im Unterricht zu vermitteln. Gerade der hohe Anteil von Schülerinnen und Schülern mit anderem nationalen Hintergrund in vielen Klassen erfordert in diesem Bereich eine besonders differenzierte Form der Ansprache.
"Eine zentrale Aufgabe von Schule ist, Schülerinnen und Schülern die Ursachen für fehlgeleitetes Handeln in all seinen Erscheinungsformen deutlich zu machen", sagte Joachim Jacobi, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium, in seiner Eröffnungsrede. Geschichtsunterricht müsse bei allen Schülerinnen und Schülern ein aufgeklärtes, kritisches Geschichtsbewusstsein etablieren. Grundlage hierfür sei die Besinnung auf die Werte eines stabilen demokratischen Rechtsstaates, zu der auch die Erinnerung an 1945 Gelegenheit biete. Nur so könnten die Schülerinnen und Schüler lernen, ihrem Gewissen zu folgen, den eigenen Standpunkt zu vertreten und neuen Formen des Rechtsextremismus tatkräftig zu begegnen. "Wenn wir eine solche Erziehung leisten und verwirklichen, gehen junge Menschen mit Kenntnissen und Werten in die Welt, die uns auf eine gute Zukunft hoffen lassen", betonte Jacobi.
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