Austermann zu UK S-H-Sanierungsplan und Weichenstellungen für das PTZ: "Alle Instrumente für eine erfolgreiche Operation liegen jetzt auf dem Tisch"
Die Weichen für die Sanierung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein sowie für den Aufbau des Partikeltherapie-Zentrums (PTZ) in Kiel sind gestellt: Wie Schleswig-Holsteins Wissenschaftsminister Dietrich Austermann heute (2. Juli) in Kiel sagte, seien sowohl mit dem am Dienstag im Kabinett von Sanierungs- und Strategiemanager Dr. Carl Hermann Schleifer vorgelegten Sanierungskonzept als auch mit Sach- und Personalentscheidungen hinsichtlich des PTZ die wichtigsten Meilensteine gesetzt worden. Auch eine Perspektive für den Abbau des Investitionsstaus im Klinikum auf konventionellem Wege und durch ÖPP-Projekte sei erkennbar. "Damit liegen jetzt alle Instrumente für eine erfolgreiche Operation zur Gesundung des Klinikums auf dem Tisch", sagte Austermann. Nach der Tarif-Einigung vom Frühjahr und dem jetzt geschnürten Sanierungspaket sei die Perspektive für das UK S-H und seine knapp 11.000 Beschäftigten klar.
02.07.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-HolsteinDen am 10. Juli geplanten Spatenstich für das künftig unter dem Namen "Nordeuropäisches Radioonkologisches Centrum Kiel" (NRoCK) firmierende PTZ-Projekt bezeichnete Austermann als Startschuss für eines der größten Public-Private-Partnership-Projekte in der Geschichte des Landes. Wie der Minister weiter sagte, werde das Klinikum künftig über Landes- und Fachgrenzen hinaus am NRoCK gemeinsam mit Partnerinstitutionen aus Norddeutschland und dem südlichen Ostseeraum hoch spezialisierte Krankenversorgung für Krebspatienten anbieten. Darüber hinaus wird in dem Zentrum radioonkologisches Fachpersonal ausgebildet und die Forschung auf dem Gebiet der Partikeltherapie vorangetrieben. Da es bereits in der Bauphase des Zentrums darauf ankomme, sich am Markt zu positionieren und ein Kostenmanagement zu betreiben, sei auch die personelle Aufstellung von erheblicher Bedeutung. Deshalb werde der Vorstandsvorsitzende des UK S-H, Prof. Dr. Bernd Kremer, die Aufgabe auf eigenen Wunsch übernehmen.
Nach den Worten von UK S-H-Aufsichtsratschef Jost de Jager ist das Universitätsklinikum mit dem NRoCK auf dem Weg, eines der bedeutendsten Zentren für die Behandlung onkologischer Patienten in Deutschland zu werden. Mit dem Neubau erhalte das Klinikum eines der Erfolg versprechendsten medizinischen Großgeräte im Bereich Onkologie weltweit. "Durch die Errichtung des Comprehensive Cancer Centers, des campusübergreifenden interdisziplinären Zentrums zur Optimierung und Steuerung der Behandlungen von Krebspatienten werden neue Strukturen geschaffen, die das UK S-H an die Spitze onkologischer Behandlungszentren stellt", so de Jager. Für die Leitung dieser Abteilung sei Kremer ebenso vorgesehen wie für die Mit-Geschäftsführung der NRock gGmbH, der in Gründung befindlichen Betreibergesellschaft des Partikeltherapiezentrums, sowie als ärztlicher Leiter der Comprehensive Cancer Centers. "Bauphase und Markteinführung machen medizinisch und wirtschaftlich einen hohen Einsatz von Zeit und Energie für diese Tätigkeit erforderlich", sagte de Jager.
Nach den Worten von Wissenschaftsminister Dietrich Austermann biete die Bündelung dieser für das Klinikum überaus wichtigen Positionen in der Person von Prof. Kremer "die Gewähr für eine erfolgreiche Etablierung der neuen Einrichtungen, letztendlich zum Wohle der Patienten". Damit Kremer sich auf seine neuen Aufgaben konzentrieren könne, werde er seine Funktion als Vorsitzender und Mitglied des Vorstandes des UK S-H auf eigenem Wunsch zum Jahresende aufgeben. Austermann: "Landesregierung und Aufsichtsrat danken Herrn Prof. Kremer für die geleistete Arbeit für das UK S-H".
Bereits in seiner Sitzung am 11. Juli wird der UK S-H-Aufsichtsrat die Ausschreibung der Position des Vorstandsvorsitzenden als auch die momentan vakante Position eines weiteren Vorstandsmitglieds, dem unter anderem der Pflege- und Servicebereich untersteht, auf den Weg bringen.
Im Hinblick auf das von Sanierungsmanager Schleifer vorgelegte "Ziel, Struktur- und Maßnahmenkonzept" machte Austermann deutlich, dass die erforderliche bauliche Sanierung des Universitätsklinikums nur durch eine Flankierung mit Landesmitteln erreicht werden könne. Spätestens ab 2011 solle die Sanierung dann im Rahmen eines PPP-Projektes fortgesetzt werden.
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